Formentera ist die kleinste bewohnte Insel der Balearen und wirkt auf den ersten Blick fast bescheiden: keine großen Städte, keine Autobahnen, keine Hochhausketten. Trotzdem zieht die Insel seit Jahren ein recht internationales Publikum an – von Tagesausflüglern aus Ibiza bis zu Stammgästen, die jedes Jahr mehrere Wochen bleiben. Der Mix aus flachen, weißen Sandstränden wie Ses Illetes, dem klaren Wasser, den Strandbars und der entspannten Atmosphäre macht Formentera zu einem typischen Ort für alle, die es ruhiger mögen, aber bei Komfort und Qualität keine großen Kompromisse machen wollen.

Wer sich mit dem Thema Preisniveau und Lebenshaltungskosten auf Formentera beschäftigt, merkt schnell, dass die Idylle ihren Preis hat. Wohnungen und Grundstücke zählen zu den teuersten in ganz Spanien, und das schlägt sich auch in Restaurantpreisen, Mieten und vielen Dienstleistungen nieder. Gleichzeitig ist die Insel klein, die Anreise läuft praktisch immer über Ibiza und der Platz für Hotels und Ferienwohnungen ist begrenzt – Faktoren, die das Preisniveau im Vergleich zu vielen anderen Ferieninseln im Mittelmeer nach oben ziehen.

Beim Bezahlen im Alltag begegnet man auf Formentera typischen spanischen Preisen mit einem deutlichen Aufschlag für die Insellage und die starke Nachfrage in der Hochsaison. Einfache Dinge wie ein Kaffee an der Bar oder Einkäufe im Supermarkt liegen noch im Rahmen, doch bei Restaurantbesuchen direkt am Strand, bei Unterkünften in guter Lage oder bei Ausflügen und Mietwagen merkt man schnell, dass Formentera eher zur Kategorie „hoch“ beim Preisniveau gehört – sowohl im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt als auch im Vergleich zu anderen Mittelmeerzielen.

Preisniveau auf Formentera im Überblick

Im internationalen Vergleich kann Formentera klar der Preiskategorie hoch zugeordnet werden. Die Kombination aus begrenzter Fläche, hoher Beliebtheit bei gut situierten Reisenden, strenger Regulierung des Verkehrs und hohem Immobilienpreis sorgt dafür, dass die Lebenshaltungskosten auf der Insel deutlich über dem Durchschnitt liegen. Das gilt vor allem für Übernachtungen, Essen direkt am Strand, saisonale Dienstleistungen sowie alles, was mit Transport und Fahrzeugen zu tun hat.

Im Vergleich zu anderen Baleareninseln ist Formentera in vielen Bereichen teurer als Mallorca und Menorca und liegt in etwa auf dem Niveau von Ibiza – teilweise sogar leicht darüber, vor allem, wenn es um kleine Boutique-Hotels, Apartments in Strandnähe oder angesagte Beachclubs geht. Wer die Kanarischen Inseln oder einige griechische Inseln wie Kos kennt, wird das Preisniveau auf Formentera oft als deutlich höher wahrnehmen, insbesondere bei Unterkünften, Restaurantbesuchen und Miete von Fahrzeugen.

Eine grobe Orientierung für Urlauber mit durchschnittlichen Ansprüchen (Mittelklasse-Hotel oder Apartment, einige Restaurantbesuche, ein paar Ausflüge, Roller oder Fahrrad) liegt in der Hochsaison bei etwa 120–200 € pro Person und Tag. Wer sehr sparsam unterwegs ist, kann mit Selbstverpflegung, Fahrrad oder Bus und günstiger Unterkunft darunter bleiben; wer gerne in Strandrestaurants sitzt, öfter mit dem Boot unterwegs ist oder ein Auto mietet, landet schnell deutlich darüber.

Währung, Inflation und Bezahlen vor Ort

Formentera gehört zu Spanien, bezahlt wird ganz normal mit dem Euro. Für Reisende aus der Eurozone entfallen daher Wechselgebühren bei Barzahlungen, und auch für Touristen aus anderen Ländern ist der Euro als stabile Währung ein Vorteil bei der Planung der Lebenshaltungskosten. Spanien hatte in den letzten Jahren eine eher moderate Inflation im Bereich von rund zwei bis drei Prozent, was bedeutet, dass sich Preise zwar merklich, aber nicht sprunghaft verändern. Gerade in touristischen Regionen wie den Balearen fallen Preissteigerungen eher über Anpassungen bei Hotelraten, Restaurantpreisen oder Zusatzgebühren auf.

Geldautomaten (ATMs) sind vor allem im Hafengebiet von La Savina, in Es Pujols und in den größeren Ortschaften gut verfügbar. In den meisten Restaurants, Bars, Supermärkten und bei den allermeisten Unterkünften kann man problemlos mit Karte bezahlen, inklusive kontaktloser Zahlung mit Smartphone oder Smartwatch. Kleinere Beträge wie Kaffee an der Bar, ein Bocadillo oder das Parken an einfachen Automaten werden aber oft noch mit Bargeld bezahlt, daher kann es sinnvoll sein, immer etwas Bargeld dabeizuhaben.

Beim Bezahlen mit ausländischen Karten sollte man bei der Kartenterminal-Abfrage möglichst immer die Abrechnung in Euro wählen und nicht die Umrechnung in die Heimatwährung des Karteninhabers akzeptieren. Die lokale Abrechnung ist in der Regel deutlich günstiger. Trinkgeld ist auf Formentera wie im übrigen Spanien nicht verpflichtend, wird aber in der Gastronomie geschätzt – typischerweise lässt man bei Zufriedenheit 5–10 % oder rundet auf den nächsten „runden“ Betrag auf.

Zu den typischen Nebenkosten zählt die Touristen- bzw. Ökosteuer, die auf allen Baleareninseln erhoben wird. Je nach Art und Kategorie der Unterkunft liegen die Zuschläge meist im Bereich von etwa 2–4 € pro Person und Nacht in der Hochsaison. Sie werden direkt von der Unterkunft eingezogen und erscheinen auf der Rechnung als separate Position. Zusätzlich gibt es auf Formentera eine regulierte Gebühr für Fahrzeuge von Nicht-Residenten, die mit dem eigenen Auto oder Motorrad anreisen; wer mit eigenem Fahrzeug anreist oder einen Leihwagen von Ibiza mitbringt, sollte diese Zusatzkosten einplanen.

Transport: Anreise und Fortbewegung auf der Insel

Es gibt keinen Flughafen auf Formentera. Alle Wege führen daher über die Nachbarinsel Ibiza. Von dort fahren ganzjährig Fähren in dichter Taktung nach Formentera. In der Hochsaison sind die Verbindungen so häufig, dass man nur selten lange warten muss, und verschiedene Anbieter liefern sich einen intensiven Wettbewerb um Tagesgäste und Urlauber.

Typische Kosten (Richtwerte):

  • Fähre Ibiza – Formentera (Fußpassagier): einfache Fahrt meist zwischen ca. 15 und 30 €, je nach Anbieter, Saison und Buchungsweg; Retourangebote für Tagesausflüge oft ab rund 30–45 €.
  • Bus Ibiza Flughafen – Hafen: einfache Fahrt etwa 4 €, sinnvoll für alle, die kein Taxi nehmen möchten.
  • Fähre mit Auto: für Pkw teils deutlich teurer, je nach Saison und Reederei; wer nur Formentera besucht, kommt meist günstiger weg, wenn er das Auto auf Ibiza stehen lässt.

Auf Formentera selbst ist der öffentliche Verkehr für die Größe der Insel ganz ordentlich organisiert. Es gibt mehrere Buslinien, die Hafen, Hauptorte und Strände verbinden. Trotzdem bevorzugen viele Besucher Roller, Fahrrad oder Mietwagen, weil man damit Strände bequemer ansteuern und flexibel die „Ecken“ der Insel erkunden kann.

Beispiele für lokale Transportpreise auf Formentera:

  • Bus innerhalb der Insel: einfache Fahrscheine je nach Strecke meist etwa 2–3,50 €.
  • Taxi: Grundgebühr plus Kilometerpreis; kurze Strecken im Bereich Hafen – Es Pujols oder Hafen – Sant Francesc können – je nach Tageszeit und Saison – schnell bei 10–20 € liegen.
  • Fahrradverleih: einfache Citybikes bei Onlinebuchung ab etwa 4–10 € pro Tag, je nach Saison und Dauer; E-Bikes eher bei 25–45 € pro Tag.
  • Roller/Motorroller: kleine 50–125ccm-Scooter bei Vorabbuchung und längerer Mietdauer teilweise ab ca. 9–15 € pro Tag in der Nebensaison, in der Hochsaison realistisch eher 20–35 € pro Tag.
  • Mietwagen auf Formentera: für einfache Kleinwagen kann man – abhängig von Saison und Nachfrage – mit ungefähr 30–60 € pro Tag rechnen, bei spontaner Buchung im August oft deutlich mehr.

Hinzu kommt im Sommer die erwähnte Formentera-eco-Regelung für Fahrzeuge. Für nicht auf der Insel gemeldete Fahrzeuge fällt in der Hochsaison pro Tag eine Gebühr an, und die Gesamtzahl an Autos und Motorrädern ist begrenzt. Wer mit dem eigenen Auto oder Motorrad anreisen will, muss sich vorab registrieren und die entsprechende Abgabe zahlen. Das ist zwar kein riesiger Betrag pro Tag, gehört aber zu den Lebenshaltungskosten auf Formentera, die man auf anderen Inseln so nicht unbedingt hat.

Essen gehen: Bars, Restaurants und Street Food

Beim Essen gehen lässt sich das Preisniveau auf Formentera gut ablesen. Es gibt einfache Bars, Strandkioske und Take-away-Läden mit Preisen auf solidem Mittelmeerniveau, aber auch Beachclubs und Restaurants mit Meerblick, in denen man ohne Probleme die Preise einer westeuropäischen Großstadt erreicht oder übertrifft.

Typische Beispiele für Bar- und Restaurantbesuche (ohne Anspruch auf exakte Durchschnittswerte):

  • Kaffee an der Bar (Café solo, Cortado): etwa 1,60–2,20 €.
  • Cappuccino oder Café con leche im touristischen Ort: meist 2,50–3,50 €.
  • Einfaches Bocadillo/Sandwich an der Bar: ca. 4–7 €.
  • „Menú del día“ in einer eher einfachen oder lokalen Bar (wenn angeboten): etwa 12–18 € für Vorspeise, Hauptgericht, Dessert oder Kaffee.
  • Hauptgericht in einem durchschnittlichen Restaurant (Pasta, Burger, Fisch vom Grill): meist 15–25 €.
  • Vorspeise + Hauptgericht + Getränk in guter Lage: häufig im Bereich von 25–40 € pro Person.
  • Strandrestaurant oder Beachclub mit Meerblick: Drei-Gänge-Menüs plus Wein können schnell bei 40–70 € pro Person liegen, je nach Anspruch und Lokal.

Street Food und Snacks im engeren Sinn sind auf Formentera weniger verbreitet als in großen Städten, aber es gibt Imbisse, Foodtrucks bei Veranstaltungen, Snackbars, Pizzerien zum Mitnehmen und Strandkioske. Typische Richtwerte:

  • Slice Pizza / Stück Pizza: ca. 3–4,50 €.
  • Hotdog, Burger oder einfaches Street-Food-Gericht: meist 6–10 €.
  • Eis im Becher oder in der Waffel: je nach Größe 2,50–4,50 €.
  • Empanada oder kleines Gebäck in der Bäckerei: oft 1,50–3 €.

Im Vergleich zu Mallorca oder Menorca liegen viele Restaurantpreise auf Formentera etwas höher, vor allem an sehr beliebten Stränden. Verglichen mit günstigeren Mittelmeerzielen wie der türkischen Riviera, Teilen von Kroatien oder Albanien sind die Ausgaben für Restaurantbesuche meist deutlich höher. Dafür bekommt man auf Formentera in der Regel ein recht hohes Qualitätsniveau bei frischem Fisch, Meeresfrüchten und gutem Olivenöl – sofern man bereit ist, den entsprechenden Preis zu zahlen.

Lebensmittel und Einkäufe im Supermarkt

Für viele Urlauber, die mehrere Wochen auf der Insel bleiben, sind die Lebenshaltungskosten im Supermarkt wichtiger als der gelegentliche Restaurantbesuch. Formentera verfügt über kleinere und mittlere Supermärkte, einige Ketten aus Ibiza sowie kleinere Läden in den Orten. Die Preise liegen – je nach Sortiment – etwas über dem spanischen Festland und leicht über durchschnittlichen Balearenpreisen, aber deutlich unter Restaurantniveau, sodass Selbstverpflegung eine wirkungsvolle Möglichkeit ist, die Gesamtkosten zu senken.

Ungefähre Richtwerte für Lebensmittel:

  • 1 kg Brot oder frisches Baguette: etwa 1,20–2,50 €.
  • 1 l Milch: ca. 0,90–1,30 €.
  • 1,5 l Wasser (No-Name im Supermarkt): oft 0,40–0,80 €; Markenwasser etwas teurer.
  • 1 kg Äpfel/Orangen: meist 2–3,50 €, je nach Saison und Qualität.
  • Nudeln (500 g): ca. 0,80–1,50 €.
  • Olivenöl (1 l, mittlere Qualität): ungefähr 6–9 €, teils höher bei Premiumsorten.
  • Käse oder Schinken aus der Theke oder abgepackt: preislich mit dem übrigen Spanien vergleichbar, aber bei Spezialitäten wie Jamón ibérico deutlich im oberen Bereich.

Wer seine Unterkunft mit Küche oder Küchenzeile bucht, kann die täglichen Lebenshaltungskosten deutlich senken. Ein typischer Selbstversorger-Tag auf Formentera mit Frühstück und Abendessen „zu Hause“ und einfachem Mittagssnack im Café kann für eine Person in einem Bereich von 15–25 € für Lebensmittel und Getränke liegen, abhängig vom eigenen Anspruch. Verglichen mit der Kanarenküste oder dem spanischen Festland ist das etwas höher, aber nicht dramatisch – die großen Preissprünge entstehen meist bei Miete und Restaurantbesuchen, weniger im Supermarktregal.

Bierpreise: im Laden und in der Bar

Formentera ist kein klassisches „Billigbier“-Reiseziel. Bier ist im Supermarkt durchaus günstig, im Restaurant oder in der Strandbar aber eher im oberen Bereich dessen, was man in Südeuropa zahlen würde.

  • Bier im Supermarkt (0,33–0,5 l Dose oder Flasche): einfache Marken und Eigenmarken häufig zwischen 0,50 und 1,20 € pro Einheit, importierte oder Craft-Biere entsprechend teurer.
  • Sixpack Standardbier: je nach Marke etwa 3–6 €.
  • Kleines Fassbier (ca. 0,2–0,3 l) in einer Bar: meist 3–4,50 €.
  • Großes Bier (0,4–0,5 l): realistisch 4,50–6,50 €, in exklusiven Beachbars auch darüber.
  • Cocktails in Bars und Strandlokalen: häufig im Bereich von 10–15 €, in trendigen Lokalen auch mehr.

Zum Vergleich: Auf günstigeren Inseln wie Teilen der Kanaren oder auf einigen griechischen Inseln bekommt man ein großes Bier in einer einfachen Bar oft für 2,50–4 €. Formentera bewegt sich eher auf dem Niveau von Ibiza, manchen Teilen Mallorcas und beliebten Küstenregionen in Italien oder Südfrankreich, was das „Ausgeh-Budget“ angeht.

Unterkunftskosten: Hotels, Apartments und Ferienhäuser

Die Unterkunft ist auf Formentera in der Regel der größte Posten bei den Lebenshaltungskosten eines Urlaubs – besonders in den Sommermonaten. Die Anzahl an Betten ist begrenzt, und viele Stammgäste buchen sehr früh. Gleichzeitig ist Wohneigentum auf der Insel extrem teuer, was sich in hohen Mieten und Zimmerpreisen niederschlägt.

Grobe Richtwerte für eine Nacht für zwei Personen (Hochsaison, vorab gebucht):

  • Einfache Pension / Hostal etwas abseits der Hotspots: häufig 120–200 € pro Nacht.
  • Mittelklasse-Hotel oder Apartment in guter Lage: oft zwischen 180 und 300 € pro Nacht.
  • Strandnahe Boutique-Hotels oder hochwertige Apartments: nicht selten 300–600 € pro Nacht, Spitzenobjekte auch darüber.

In der Vor- und Nachsaison (Mai, Oktober) können die Preise deutlich niedriger ausfallen, dafür ist das Wetter nicht mehr ganz so stabil und einige Betriebe haben kürzere Öffnungszeiten. Wer sehr früh bucht, flexibel bei der Lage ist und auf Luxus verzichtet, kann Doppelzimmer in einfachen Unterkünften auch für deutlich unter 150 € finden. Kurzfristig im August eine Unterkunft in Strandnähe zu suchen, ist dagegen meist mit sehr hohen Preisen verbunden.

Im Vergleich zu Mallorca und Menorca liegt Formentera bei Unterkünften im Schnitt höher, besonders wenn Lage und Design eine Rolle spielen. Gegenüber den besonders günstigen Regionen im östlichen Mittelmeer (z. B. Türkei, Teile von Griechenland oder Montenegro) ist das Niveau bei den Übernachtungskosten deutlich höher. Dafür ist die Insel bewusst auf Qualität statt Masse ausgelegt, mit weniger Betten, strengeren Regeln und einer insgesamt ruhigeren Atmosphäre.

Unterhaltung, Attraktionen und sonstige Ausgaben

Formentera lebt von Natur und Meer, und viele Aktivitäten sind im Grunde kostenlos: am Strand liegen, schwimmen, schnorcheln mit eigener Ausrüstung, Fahrradfahren, Spaziergänge zu Leuchttürmen. Trotzdem entstehen im Alltag verschiedene typische Ausgaben für Unterhaltung und Attraktionen.

  • Liegestuhl und Sonnenschirm am Strand (zwei Liegen + Schirm): je nach Strand und Anbieter oft 15–25 € pro Tag.
  • Bootsausflüge rund um Formentera oder nach Espalmador: Gruppentouren beginnen nicht selten bei etwa 40–80 € pro Person, exklusive Privatexkursionen und Tagescharter können weit darüber liegen.
  • Schnorchelausflug mit Boot: Preise für kurze Touren typischerweise im Bereich 60–90 € pro Person, je nach Dauer und Inklusivleistungen.
  • Fahrrad- und E-Bike-Touren: geführte Touren liegen je nach Angebot meist zwischen 30 und 70 € pro Person.
  • Eintritt zu Clubs und Konzerten: Formentera selbst hat keine Mega-Clubs wie Ibiza, aber kleinere Locations und Beachbars mit Livemusik. Einige Events sind frei, andere verlangen Eintrittsgelder, oft im Bereich von 10–30 €.

Hinzu kommen sonstige Ausgaben, die auf Formentera durchaus ins Gewicht fallen können:

  • Touristensteuer (Ökosteuer) pro Person und Nacht, abhängig von der Unterkunftskategorie.
  • Fahrzeugabgabe für Autos und Motorräder von Nicht-Residenten in der Hochsaison.
  • Parkgebühren in bestimmten Bereichen, insbesondere nahe sehr beliebten Stränden.
  • Sport- und Wassersportausrüstung (z. B. Stand-up-Paddle, Kajak, Schnorchelset), falls man sie mietet, gelegentlich im Bereich 15–50 € pro Tag.

Verglichen mit anderen Badezielen im Mittelmeer ist Formentera damit insgesamt eher im oberen Teil der Preisskala angesiedelt. Wer jedoch viel Zeit mit kostenlosen Aktivitäten in der Natur verbringt, kann die Unterhaltungskosten relativ gut steuern.

Mietwagen, Roller und lokale Mobilität

Mietwagen sind auf Formentera vor allem für Familien oder Gruppen interessant, die Strände flexibel anfahren wollen, vielleicht Kinder dabei haben und den Komfort schätzen, Taschen, Sonnenschirme und Einkäufe bequem im Auto zu verstauen. Das Angebot ist für die Inselgröße überraschend groß, wird aber durch die Fahrzeugbegrenzung in der Hochsaison politisch reguliert.

Typische Preisbereiche:

  • Kleinwagen (Fiat Panda o. ä.): in der Nebensaison bei frühzeitiger Online-Buchung gelegentlich ab etwa 30 € pro Tag; in der Hauptsaison eher 45–70 € pro Tag, je nach Nachfrage und Dauer der Miete.
  • Mittelklasse oder SUVs: deutlich teurer, teils 60–100 € pro Tag und mehr in der Hochsaison.
  • Kindersitze im Leihwagen: oft Zusatzgebühren von etwa 3–5 € pro Tag.

Für viele Besucher ist der Roller die klassische Lösung auf Formentera – klein, wendig und ideal, um die kurzen Distanzen zwischen Strand, Unterkunft und Ort zu überbrücken. Roller sind tendenziell günstiger als Autos, benötigen weniger Platz und entsprechen eher dem entspannten Inselgefühl.

Eine Übersicht zu Mobilitätskosten:

Kategorie Typische Preisspanne Hinweis
Fähre Ibiza – Formentera (Fußgänger) ca. 15–30 € einfach je nach Anbieter und Saison
Bus auf Formentera ca. 2–3,50 € pro Fahrt abhängig von Strecke
Fahrradverleih 4–15 € pro Tag Citybike vs. MTB/E-Bike
Roller-Miete 20–35 € pro Tag Hochsaison-Richtwert
Mietwagen (Kleinwagen) 30–60 € pro Tag bei Vorabbuchung
Taxi Kurzstrecke 10–20 € z. B. Hafen – Es Pujols

Im Vergleich zu anderen Inseln mit guter Businfrastruktur – etwa Mallorca oder Madeira – ist man auf Formentera stärker auf eigene Fahrzeuge angewiesen, wenn man viele Strände flexibel ansteuern will. Das treibt die individuellen Lebenshaltungskosten nach oben, bietet aber gleichzeitig sehr viel Bewegungsfreiheit.

SIM-Karte, Internet und Visum

Beim Thema Mobilfunk und Internet reiht sich Formentera in die allgemeine Preisstruktur Spaniens ein. Prepaid-SIM-Karten großer spanischer Anbieter sind relativ günstig und bieten viel Datenvolumen, oft mit EU-Roaming.

  • Prepaid-SIM mit Grundpaket: kleine Pakete starten in Spanien oft bei etwa 10 €.
  • Pakete mit 20–50 GB Daten: typischerweise im Bereich von etwa 15–25 € für 4 Wochen.
  • eSIM-Angebote internationaler Anbieter: häufig etwas teurer pro GB, dafür bequeme Aktivierung vor der Reise.

Wer nur einige Tage auf Formentera verbringt, verlässt sich häufig auf das WLAN im Hotel oder Apartment. Viele Unterkünfte und auch zahlreiche Bars und Restaurants bieten kostenloses WLAN an. Für längere Aufenthalte oder Workation-Projekte lohnt sich jedoch eine lokale SIM-Karte, um nicht vom WLAN des Apartments abhängig zu sein.

Beim Visum gilt: Formentera gehört zum Schengen-Raum. EU-/EWR-Bürger und Schweizer reisen mit Ausweis oder Reisepass ein, benötigen kein Visum und können sich, wie im restlichen Spanien, frei bewegen. Besucher aus visumpflichtigen Ländern müssen dieselben Regeln wie für jede andere Einreise in den Schengen-Raum beachten; ein separates „Formentera-Visum“ gibt es nicht. Die Kosten für Visa entstehen also unabhängig von der Insel und gehören eher zu den Reisespesen als zu den lokalen Lebenshaltungskosten vor Ort.

Preisvergleich mit anderen Ferieninseln

Um das Preisniveau und die Lebenshaltungskosten auf Formentera besser einordnen zu können, lohnt sich der Blick auf andere populäre Ferieninseln:

  • Mallorca: Größer, mehr Unterkünfte, mehr Wettbewerb. Supermarktpreise ähnlich, aber bei Unterkünften und Restaurants gibt es wesentlich mehr Auswahl in unteren und mittleren Preissegmenten. Ein typisches Abendessen in einer mittelpreisigen Gegend kann auf Mallorca etwas günstiger ausfallen als auf Formentera, besonders abseits der Hotspots.
  • Ibiza: In vielen Bereichen ähnlich oder sogar teurer als Formentera, vor allem bei Clubtickets, Strandclubs und Spitzenhotels. Wer allerdings im Hinterland oder in weniger bekannten Orten übernachtet, kann günstiger wohnen als in vielen Gegenden Formenteras, wo das Angebot insgesamt begrenzter ist.
  • Menorca: Allgemein ein etwas ruhigeres und im Schnitt günstigeres Ziel, insbesondere bei Familienunterkünften und Restaurants in kleineren Orten. Formentera wirkt im direkten Vergleich oft exklusiver und damit meist teurer.
  • Kanarische Inseln (z. B. Gran Canaria, Teneriffa, Lanzarote): Hier sind Lebenshaltungskosten im Schnitt niedriger, was sich insbesondere in Restaurantpreisen, Mieten und teils auch bei Supermärkten bemerkbar macht. Ein Menü in einer lokalen Bar auf den Kanaren kann durchaus 2–4 € günstiger sein als ein vergleichbares Gericht auf Formentera.
  • Griechische Inseln wie Kos: Die Preisniveaus unterscheiden sich stark zwischen Orten, aber insgesamt gilt: Wer sich an lokale Tavernen hält, findet auf vielen griechischen Inseln günstige Essenangebote, die – im Vergleich zu Formentera – oft weniger kosten. Dafür sind dort manche importierten Waren und bestimmte Dienstleistungen teurer als in Spanien.
  • Madeira: Obwohl Madeira eine ganz andere geographische Lage hat, wird die Insel von vielen Reisenden ebenfalls als relativ moderat beim Preisniveau empfunden, vor allem bei Unterkünften außerhalb der absoluten Premiumlagen. Formentera ist im direkten Vergleich meist kostenintensiver, insbesondere bei Strandunterkünften.

Wer also bewusst nach einem möglichst günstigen Badeurlaub sucht, wird mit anderen Zielen besser fahren. Formentera eignet sich vor allem für Reisende, die bereit sind, ein höheres Preisniveau zu akzeptieren, um dafür eine kleine, überschaubare Insel mit wunderschönen Stränden, relativ wenig Verkehr (dank Begrenzung) und einer eher ruhigen, entspannten Atmosphäre zu erleben.

Mit etwas Planung lassen sich die Lebenshaltungskosten aber durchaus steuern: Wer früh bucht, auf Selbstverpflegung setzt, sich mit Fahrrad oder Bus bewegt und teure Strandlokale nur gelegentlich nutzt, kann die Ausgaben deutlich senken. Wer dagegen spontan im Hochsommer anreist, direkt am Strand wohnt und häufig in Beachclubs isst und trinkt, wird Formentera als eines der teuersten Reiseziele im westlichen Mittelmeer wahrnehmen.