Frankreich ist für deutsche Reisende eines der beliebtesten Urlaubsziele überhaupt. Das Land verzaubert mit seiner vielfältigen Landschaft, von den rauen Küsten der Bretagne über die sonnenverwöhnten Strände der Côte d'Azur bis zu den majestätischen Alpen. Die weltberühmte französische Küche, die unzähligen Kulturschätze und die entspannte Lebensart ziehen jährlich Millionen Besucher an. Ob ein Wochenendtrip nach Paris, ein Strandurlaub im Süden oder ein Roadtrip durchs Burgund – Frankreich bietet für jeden Geschmack etwas.
Besonders attraktiv macht Frankreich die gute Erreichbarkeit aus Deutschland. Mit dem TGV ist man von Frankfurt in unter vier Stunden in Paris, viele Billigflieger verbinden deutsche Städte mit französischen Metropolen, und wer mit dem eigenen Auto anreist, nutzt das hervorragend ausgebaute Straßennetz. Die gemeinsame Währung Euro macht das Reisen zudem unkompliziert.
Lebenshaltungskosten in Frankreich im Vergleich zu Deutschland
Das Preisniveau in Frankreich bewegt sich aus deutscher Sicht im mittleren bis leicht gehobenen Bereich. Insgesamt liegen die Lebenshaltungskosten etwa 3 bis 4 Prozent über dem deutschen Niveau, wobei die Unterschiede je nach Produktkategorie deutlich variieren. Während Lebensmittel im Supermarkt durchschnittlich 6 Prozent günstiger sind als in Deutschland, kosten Restaurantbesuche etwa 14 Prozent mehr. Hotels und Unterkünfte liegen rund 17 Prozent über deutschen Preisen.
Besonders günstig sind aus deutscher Sicht frischer Fisch und Meeresfrüchte, die teilweise nur die Hälfte deutscher Preise kosten. Auch Gemüse ist bis zu 30 Prozent billiger, ebenso wie Gewürze, Öle und Essig. Französischer Wein und Käse sind naturgemäß preiswert zu haben. Deutlich teurer als in Deutschland sind hingegen Kakao- und Schokoladenwaren, da diese in Frankreich mit dem vollen Mehrwertsteuersatz belegt werden. Auch alkoholische Getränke wie Bier kosten im Restaurant meist mehr als hierzulande.
Transport und Freizeitaktivitäten sind erfreulich günstig. Die Kosten für Transportmittel liegen durchschnittlich 31 Prozent unter deutschem Niveau, während das Budget für Freizeitaktivitäten etwa 26 Prozent niedriger ausfällt. Shopping hingegen ist rund 15 Prozent teurer als in Deutschland.
Währung, Zahlungsmittel und praktische Tipps
In Frankreich gilt der Euro als offizielle Währung, sodass deutsche Reisende sich nicht um Geldwechsel kümmern müssen. Geldautomaten sind flächendeckend vorhanden, besonders in Städten und touristischen Gebieten. Die Akzeptanz von Kartenzahlung ist hoch, selbst kleine Beträge können meist mit Karte beglichen werden. In ländlichen Regionen empfiehlt es sich dennoch, etwas Bargeld dabei zu haben.
Die Inflationsrate in Frankreich bewegt sich aktuell auf ähnlichem Niveau wie in Deutschland. Die Preise für Lebensmittel sind in den vergangenen Jahren gestiegen, wobei Paris und touristische Gebiete stärker betroffen sind als die Provinz. Minibanken verlangen keine übermäßigen Gebühren, allerdings können die eigenen Banken für Abhebungen im Ausland Gebühren berechnen.
Trinkgeld ist in Frankreich bereits im Rechnungsbetrag enthalten, da der Service mit etwa 15 Prozent einkalkuliert wird. Dennoch ist es üblich, bei gutem Service 5 bis 10 Prozent zusätzlich als Anerkennung zu hinterlassen. Deutsche Staatsbürger benötigen für Aufenthalte in Frankreich kein Visum.
Restaurant und Bar
Ein Essen im Restaurant kostet in Frankreich etwas mehr als in Deutschland. In einem einfachen Restaurant zahlt man für eine Mahlzeit etwa 15 Euro, während ein Fast-Food-Menü bei McDonald's oder ähnlichen Ketten rund 10 Euro kostet. Ein Drei-Gänge-Menü für zwei Personen in einem Mittelklasse-Restaurant schlägt mit etwa 60 Euro zu Buche. Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Preis meist zwischen 50 und 60 Euro.
Getränke in Restaurants sind relativ teuer. Ein halber Liter Bier vom Fass kostet etwa 6 Euro, eine Flasche lokales Bier rund 5 Euro. Für einen Cappuccino zahlt man durchschnittlich 3 Euro, für einen Espresso etwa 2,10 Euro. Erfrischungsgetränke wie Cola oder Fanta kosten in Restaurants etwa 2,80 Euro für 0,33 Liter. Interessant: In Frankreich ist Leitungswasser im Restaurant kostenlos – einfach nach einer Karaffe d'eau fragen.
Viele Restaurants bieten mittags günstige Tagesgerichte (plat du jour) für 8 bis 12 Euro an. Abends werden die Menüs umfangreicher und teurer. Wer sparen möchte, sollte nach dem menu de la semaine Ausschau halten.
Lebensmittel und Supermärkte
Im Supermarkt sind die Preisunterschiede zu Deutschland moderat. Ein Laib Weißbrot kostet etwa 1,40 Euro, Milch liegt bei rund 1 Euro pro Liter. Eier kosten etwa 2,80 Euro für zwölf Stück, Reis etwa 1,80 Euro pro Kilo. Rindfleisch liegt bei etwa 16 Euro pro Kilo, Hühnerbrust bei rund 10 Euro.
Besonders günstig sind Tomaten, Salat und Kartoffeln, die deutlich weniger kosten als in Deutschland. Auch Obst wie Orangen und Bananen sind preiswert. Käse und Wein bekommt man zu sehr fairen Preisen, während Schokolade und Süßigkeiten teurer sind. Ein wöchentlicher Einkauf für eine Person liegt bei etwa 50 bis 70 Euro, je nach Essgewohnheiten.
Die günstigsten Supermarktketten sind Lidl und E.Leclerc. Kleine Nahversorgungsmärkte wie Franprix oder Monoprix in Städten sind deutlich teurer und können bis zu 40 Prozent mehr kosten als große Supermärkte.
Bier und alkoholische Getränke
Im Supermarkt kostet eine Flasche lokales Bier etwa 1,50 Euro, importiertes Bier rund 2 Euro. Eine Flasche guter französischer Wein ist ab 5 Euro erhältlich, wobei man für 8 bis 12 Euro bereits sehr anständige Qualität bekommt. In Bars und Restaurants kostet ein Glas Wein etwa 4 bis 6 Euro.
Whisky kostet im Handel etwa 17 Euro für eine Standardflasche. Zigaretten sind mit durchschnittlich 11 Euro pro Packung deutlich teurer als in Deutschland.
Transport und Mobilität
Öffentliche Verkehrsmittel sind in Frankreich vergleichsweise günstig. Eine Einzelfahrkarte kostet etwa 1,80 Euro, ein Tagespass in Paris liegt bei rund 8 Euro. Taxi-Grundgebühr beträgt etwa 2,80 Euro, jeder weitere Kilometer kostet rund 1,80 Euro.
Zugfahren mit dem TGV kann sehr preiswert sein, wenn man früh bucht. Sparpreise beginnen bei 15 Euro für Strecken wie Frankfurt-Paris. Standardpreise liegen deutlich höher. Eine Zugfahrt Paris-Marseille kostet zwischen 25 und 120 Euro, je nach Buchungszeitpunkt und Zugklasse.
Benzinpreise liegen leicht unter deutschem Niveau. Ein Liter Super kostet etwa 1,70 Euro, Diesel etwa 1,60 Euro. Wichtig: Auf französischen Autobahnen fallen Mautgebühren an, die je nach Strecke erheblich sein können. Eine Fahrt von Paris nach Lyon kostet etwa 35 Euro Maut.
Mietwagen und SIM-Karten
Ein Mietwagen der Kompaktklasse kostet pro Tag etwa 35 bis 50 Euro, je nach Saison und Anbieter. Bei längeren Mietdauern sinkt der Tagespreis deutlich. Eine Wochenmiete liegt bei etwa 250 Euro. Beachten sollte man zusätzliche Kosten für Vollkasko-Versicherung und Zusatzfahrer.
Prepaid-SIM-Karten sind erschwinglich. Touristenpakete mit mehreren Gigabyte Datenvolumen kosten zwischen 10 und 30 Euro. EU-Roaming macht separate SIM-Karten für deutsche Reisende meist überflüssig, da die heimische SIM-Karte ohne Aufpreis funktioniert.
Unterkünfte
Hotels sind in Frankreich im Durchschnitt 17 Prozent teurer als in Deutschland. Eine Übernachtung im Hostel kostet etwa 28 Euro, ein Doppelzimmer in einem 3-Sterne-Hotel liegt bei etwa 85 Euro. Luxushotels beginnen bei 150 Euro pro Nacht, in Paris und an der Côte d'Azur deutlich höher.
Airbnb-Unterkünfte sind eine preiswerte Alternative, besonders außerhalb der Großstädte. In kleineren Städten findet man Apartments ab 40 Euro pro Nacht. Campingplätze sind sehr beliebt und kosten zwischen 15 und 40 Euro pro Nacht, je nach Ausstattung und Lage.
Attraktionen und Sehenswürdigkeiten
Der Eintritt zum Eiffelturm kostet etwa 29 Euro für Erwachsene (bis zur Spitze). Der Louvre verlangt 17 Euro Eintritt. Viele Museen bieten ermäßigte Preise für Jugendliche und am ersten Sonntag im Monat freien Eintritt. Schloss Versailles kostet etwa 20 Euro.
Freizeitparks wie Disneyland Paris sind mit etwa 60 bis 90 Euro pro Tag deutlich teurer. Geführte Stadttouren kosten zwischen 15 und 40 Euro, eine Bootsfahrt auf der Seine etwa 15 Euro. Weinproben in den Anbaugebieten sind oft kostenlos oder kosten wenige Euro.
Streetfood und günstige Mahlzeiten
Crêpes vom Straßenstand kosten zwischen 3 und 6 Euro, je nach Belag. Ein belegtes Baguette liegt bei 4 bis 6 Euro. In Bäckereien bekommt man ein Croissant für etwa 1,20 Euro, ein Pain au Chocolat für rund 1,50 Euro. Französische Boulangeries sind ideal für ein preiswertes Frühstück oder Mittagessen.
Auf Märkten kann man frische Produkte zu günstigen Preisen kaufen und sich ein Picknick zusammenstellen. Ein Baguette, Käse, Charcuterie und etwas Obst kosten zusammen etwa 10 bis 15 Euro und reichen für zwei Personen.
Regionale Preisunterschiede
Die Preisunterschiede zwischen den Regionen sind in Frankreich erheblich. Paris ist mit Abstand am teuersten. Die Hauptstadt liegt etwa 18 bis 20 Prozent über dem französischen Durchschnitt. Lebensmittel in Pariser Supermärkten kosten etwa 21 Prozent mehr als im Landesdurchschnitt, ein Restaurantbesuch in Paris ist etwa 15 Euro teurer als in Provinzstädten wie Lille oder Limoges.
Die Côte d'Azur mit Städten wie Nizza und Cannes ist ebenfalls sehr teuer. Hotels und Restaurants kosten hier ähnlich viel wie in Paris. Die Region um Lyon liegt etwa 6 Prozent über dem nationalen Durchschnitt, Marseille etwa 5 Prozent. Deutlich günstiger ist hingegen der Westen Frankreichs. Die Bretagne, die Normandie und ländliche Regionen wie das Loiretal bieten Preise, die 10 bis 15 Prozent unter dem nationalen Durchschnitt liegen.
Skigebiete und touristische Hotspots wie die französischen Alpen oder die Provence während der Lavendelblüte sind in der Hochsaison deutlich teurer. Außerhalb der Ferienzeiten sinken die Preise merklich. Ein Hotelzimmer an der Côte d'Azur kann im August doppelt so viel kosten wie im Oktober.
Wer Frankreich mit kleinem Budget erleben möchte, sollte die großen Städte meiden oder diese nur kurz besuchen. Kleinere Städte wie Nantes, Toulouse oder Montpellier bieten ähnliche kulturelle Angebote zu deutlich niedrigeren Preisen. Die Lebenshaltungskosten in Marseille sind beispielsweise etwa 30 Prozent niedriger als in Paris, obwohl es sich um die zweitgrößte Stadt Frankreichs handelt.
Für einen einwöchigen Frankreich-Urlaub sollte man mit folgenden Budgets rechnen: Etwa 500 bis 600 Euro für einen sehr sparsamen Urlaub mit Hostel-Übernachtungen und viel Selbstverpflegung. Rund 850 Euro für eine günstige Reise mit günstigen Hotels und gelegentlichen Restaurantbesuchen. Etwa 1100 Euro für einen komfortablen Aufenthalt in guten Hotels mit häufigeren Restaurant-Mahlzeiten. Für einen Luxusurlaub mit 4-Sterne-Hotels und gehobener Gastronomie sollte man mindestens 2000 bis 3000 Euro einplanen.
Im Vergleich zu den Nachbarländern bewegt sich Frankreich preislich im Mittelfeld. Die Schweiz ist deutlich teurer, während Spanien und Portugal günstiger sind. Belgien liegt auf ähnlichem Niveau wie Frankreich, während Italien je nach Region vergleichbar oder etwas billiger ist. Für deutsche Reisende bietet Frankreich ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, insbesondere wenn man außerhalb von Paris und der Côte d'Azur unterwegs ist.
