Peru lockt jährlich Millionen Besucher an, die vom mystischen Machu Picchu, dem geheimnisvollen Amazonas-Regenwald und den majestätischen Anden fasziniert sind. Die peruanische Küche gilt weltweit als eine der besten, Lima trägt den Titel der gastronomischen Hauptstadt Südamerikas. Ob Kurzurlaub oder längerer Aufenthalt – Peru bietet eine einzigartige Mischung aus Inka-Kultur, kolonialer Architektur und atemberaubenden Naturlandschaften. Die Lebenshaltungskosten in Peru sind dabei deutlich niedriger als in Deutschland, was das Land besonders für Langzeitreisende und digitale Nomaden attraktiv macht.

Das allgemeine Preisniveau in Peru

Gemessen an deutschen Verhältnissen gehört Peru eindeutig in die Kategorie "niedrig". Die Lebenshaltungskosten liegen etwa 51 Prozent unter deutschem Niveau, bei Mieten sind es sogar 58 Prozent weniger. Ein alleinstehender Reisender kommt mit etwa 455 Euro pro Monat aus, ohne Miete gerechnet. Besonders günstig sind Lebensmittel auf lokalen Märkten, öffentliche Verkehrsmittel und einfache Restaurants. Dort bezahlt man für ein vollständiges Mittagsmenü oft nur 2,70 bis 3,60 Euro.

Deutlich teurer als in Deutschland sind hingegen importierte Produkte, internationale Markenartikel und gehobene Unterkünfte in touristischen Gebieten. Ein Paar Markenjeans kostet um die 37 Euro, Markenschuhe etwa 64 Euro – also ähnliche Preise wie in deutschen Geschäften. Auch Benzin liegt mit etwa 1,20 Euro pro Liter auf deutschem Niveau oder darüber. Wer aber wie die Einheimischen lebt, lokale Märkte nutzt und auf peruanische Produkte setzt, kann in Peru mit einem Bruchteil deutscher Lebenshaltungskosten auskommen.

Geld, Währung und praktische Hinweise

Die peruanische Währung heißt Sol (PEN), unterteilt in 100 Céntimos. Der Wechselkurs liegt derzeit bei etwa 3,80 bis 4 Soles pro Euro. Die Währung ist relativ stabil, die Inflationsrate bewegte sich 2025 zwischen 1 und 2,5 Prozent – deutlich niedriger als in vielen europäischen Ländern. Geldautomaten (Cajeros) findet man in allen Städten und den meisten touristischen Orten, sie akzeptieren internationale Karten problemlos. Allerdings fallen oft Gebühren zwischen 2 und 4 Euro pro Abhebung an.

In größeren Städten und touristischen Restaurants werden Kreditkarten weitgehend akzeptiert, oft allerdings mit einem Aufschlag von 3 bis 5 Prozent. Bargeld bleibt das bevorzugte Zahlungsmittel, besonders auf Märkten, in kleinen Geschäften und bei Straßenverkäufern. Es empfiehlt sich, immer kleinere Scheine dabei zu haben, da Wechselgeld manchmal knapp ist. Der Flughafen in Lima bietet zwar Wechselstuben, die Kurse sind dort aber ungünstig – besser wechselt man in der Stadt oder hebt direkt Bargeld am Automaten ab.

Restaurants und Gastronomie

Die peruanische Gastronomie ist weltberühmt, und das Beste daran: Essen gehen ist erschwinglich. In einfachen lokalen Restaurants, den sogenannten Picanterías oder Huariques, bekommt man für 2,70 bis 4,50 Euro ein komplettes Menü del día mit Suppe, Hauptgericht, Getränk und manchmal Dessert. Diese Menüs sind unter Einheimischen sehr beliebt und bieten authentische peruanische Küche.

In Mittelklasse-Restaurants kostet ein Abendessen für zwei Personen mit mehreren Gängen zwischen 24 und 34 Euro. Limas gehobene Gastronomie gehört zu den besten der Welt – Restaurants wie Central oder Maido rangieren unter den Top 50 weltweit. Hier bezahlt man für ein Degustationsmenü ab 320 Euro pro Person aufwärts, was aber immer noch günstiger ist als vergleichbare Erlebnisse in Europa. Eine gute Flasche peruanischen Weins kostet im Restaurant etwa 14 bis 23 Euro.

Frühstück in einem Café schlägt mit 1,50 bis 2,40 Euro zu Buche, ein einfaches Abendessen kostet etwa 3,60 bis 4,80 Euro. Ein McMeal bei internationalen Fastfood-Ketten liegt bei 5,40 Euro – für peruanische Verhältnisse teuer, weshalb Einheimische lieber lokale Alternativen wählen.

Street Food und lokale Märkte

Peru ist ein Paradies für Street-Food-Liebhaber. Anticuchos (marinierte Fleischspieße), Empanadas oder Tamales bekommt man für unter 1,80 Euro. Ein komplettes Street-Food-Menü kostet selten mehr als 4,50 Euro und ist oft köstlicher als manches Restaurantessen. Besonders empfehlenswert sind die Märkte, etwa der Mercado Surquillo in Lima, wo man für 9 bis 14 Euro ein mehrgängiges Fischmenü inklusive Ceviche bekommt.

Auf lokalen Märkten kaufen Einheimische frisches Obst, Gemüse und Fleisch zu Preisen, die 40 bis 60 Prozent unter denen in Supermärkten liegen. Ein Kilo Tomaten kostet auf dem Markt etwa 0,90 Euro, Avocados um die 1,40 Euro pro Kilo, und tropische Früchte wie Papayas oder Mangos sind noch günstiger.

Bier und Getränke

Ein lokales Bier wie Cusqueña oder Pilsen Callao kostet in einer einfachen Bar etwa 1,35 bis 1,80 Euro für eine 0,5-Liter-Flasche. In gehobeneren Bars oder touristischen Vierteln steigt der Preis auf 2,70 bis 4,50 Euro. Im Supermarkt bekommt man eine Flasche für etwa 1,35 Euro. Craft-Bier aus lokalen Brauereien kostet im Laden ab 2,70 Euro aufwärts.

Der berühmte Pisco Sour, Perus Nationalgetränk, kostet in einer guten Bar zwischen 7 und 11 Euro. In Touristenvierteln wie Miraflores in Lima kann ein Cocktail auch 9 bis 14 Euro kosten. Wasser in Flaschen gibt es für 0,90 bis 1,80 Euro, Kaffeegetränke kosten 1,80 bis 4,50 Euro.

Transport und Mobilität

Öffentliche Verkehrsmittel in Peru sind sehr günstig. Eine Busfahrt innerhalb der Stadt kostet etwa 0,54 Euro. In Lima gibt es das Metropolitano-System und die Metro-Linie 1, die ebenfalls günstig sind. Allerdings kann das Bussystem für Touristen verwirrend sein, da es dezentralisiert ist.

Taxis sind erschwinglich und weit verbreitet. Der Startpreis liegt bei etwa 2,10 Euro, jeder weitere Kilometer kostet rund 1,65 Euro. Eine typische Fahrt innerhalb einer Stadt kostet 2,70 bis 4,50 Euro. In Lima empfiehlt es sich, Apps wie Uber oder Cabify zu nutzen, da diese transparente Preise bieten. Vom Flughafen in die Innenstadt kostet ein offizielles Taxi etwa 14 bis 18 Euro.

Für Überlandfahrten sind Busse die beliebteste Option. Die Preise beginnen bei 4,50 Euro für kurze Strecken. Eine 20-stündige Fahrt von Lima nach Cusco kostet in einem komfortablen Bus zwischen 14,50 und 22 Euro. Luxusbusse mit vollständig verstellbaren Sitzen und Service kosten mehr, bieten aber für lange Fahrten guten Komfort.

Inlandsflüge sind verhältnismäßig günstig, wenn man früh bucht. Ein Flug von Lima nach Cusco kostet zwischen 45 und 90 Euro, von Lima nach Arequipa etwa 55 Euro. Die Zugfahrt von Cusco nach Aguas Calientes (Machu Picchu) ist dagegen teurer und kostet durchschnittlich 59 bis 68 Euro, da sie ein touristisches Highlight ist.

Leihabgen

Einen Mietwagen bekommt man in Peru ab etwa 23 Euro pro Tag für ein Basismodell, wobei die Preise je nach Saison und Fahrzeugtyp stark variieren können. Für eine Woche Mietwagen sollte man mit mindestens 150 Euro rechnen. Allerdings ist ein Auto in Peru nicht unbedingt notwendig, da das Bus-Netzwerk gut ausgebaut ist und Taxis günstig sind. Auf dem Land und in den Bergen sind die Straßen oft schlecht und das Fahren erfordert Erfahrung.

SIM-Karten und Internet

Eine Tourist-SIM-Karte in Peru kostet zwischen 9 und 23 Euro, abhängig vom Datenvolumen. Der führende Anbieter Claro bietet für etwa 11 Euro ein Paket mit 13,5 GB Daten plus unbegrenzten lokalen Anrufen für 30 Tage. Movistar verlangt rund 7,30 Euro für 7 GB plus unbegrenzte Anrufe und SMS.

SIM-Karten kann man am Flughafen kaufen, allerdings zu überhöhten Preisen (bis zu 45 Euro). Günstiger ist es, sie in offiziellen Geschäften in der Stadt zu erwerben. Man benötigt dafür einen Reisepass. Die Netzabdeckung ist in touristischen Gebieten und Städten gut, in abgelegenen Bergregionen allerdings eingeschränkt. eSIMs sind mittlerweile auch erhältlich und kosten etwa 18 bis 23 Euro für einwöchige Pakete mit unbegrenzten Daten.

Unterkünfte

Die Übernachtungspreise in Peru variieren stark je nach Standard und Lage. In Hostels zahlt man zwischen 9 und 23 Euro pro Nacht für ein Bett im Schlafsaal. Mittelklasse-Hotels kosten 46 bis 68 Euro für ein Doppelzimmer. Luxushotels beginnen bei etwa 191 Euro aufwärts pro Nacht.

Wer eine Wohnung mietet, findet in Lima außerhalb des Zentrums ein Ein-Zimmer-Apartment ab 271 Euro pro Monat, im Zentrum ab 403 Euro. In kleineren Städten wie Arequipa oder Trujillo sind die Mieten 20 bis 40 Prozent niedriger. Eine Drei-Zimmer-Wohnung im Zentrum Limas kostet etwa 716 Euro monatlich, außerhalb rund 467 Euro.

Sehenswürdigkeiten und Attraktionen

Der Eintritt nach Machu Picchu kostet zwischen 41 und 55 Euro, abhängig davon, ob man zusätzlich den Huayna Picchu oder Montana Machu Picchu besteigen möchte. Dazu kommen die Kosten für die Zugfahrt von Cusco nach Aguas Calientes sowie gegebenenfalls die Busfahrt von Aguas Calientes zur Ruinenstadt (etwa 11 Euro hin und zurück).

Der Rainbow Mountain (Vinicunca) kostet nur 2,70 Euro Eintritt, allerdings muss man Transport von Cusco hinzurechnen. Touren beginnen bei etwa 18 Euro pro Person. Stadtführungen kosten zwischen 18 und 122 Euro, je nach Dauer und Gruppengröße. Ein Kinobesuch schlägt mit etwa 4,50 Euro zu Buche.

Dagligwaren im Supermarkt

Die Preise in Supermärkten liegen deutlich unter deutschem Niveau, aber über den Preisen auf lokalen Märkten. Eine Übersicht:

  • Milch (1 Liter): 1,27 Euro
  • Brot (500g): 1,35 Euro
  • Reis (1 kg): 1,35 Euro
  • Eier (12 Stück): 2,25 Euro
  • Käse (1 kg): 9 Euro
  • Hähnchenbrust (1 kg): 5,40 Euro
  • Äpfel (1 kg): 1,80 Euro
  • Bananen (1 kg): 1,35 Euro
  • Tomaten (1 kg): 1,35 Euro
  • Kartoffeln (1 kg): 0,90 Euro
  • Wasser (1,5 Liter): 0,90 Euro

Visum und Aufenthaltsgenehmigung

Die meisten europäischen Staatsangehörigen erhalten bei der Einreise nach Peru automatisch eine Aufenthaltsgenehmigung für Touristen, die bis zu 183 Tage pro Jahr gültig ist. Ein Visum vorab ist nicht erforderlich. Die Einreiseerlaubnis wird direkt am Flughafen oder Grenzübergang erteilt und ist kostenlos.

Wer seine Aufenthaltsdauer verlängern möchte, kann dies online oder bei einer Einwanderungsbehörde tun. Die Gebühr für eine Verlängerung beträgt etwa 3,20 Euro. Sollte man das Land nach Ablauf der Genehmigung nicht verlassen haben, muss beim Ausreisen eine Strafe von etwa 1,40 Euro pro überzogenem Tag bezahlt werden. Diese Regelungen wurden 2023 vereinfacht und sind deutlich unkomplizierter als in vielen anderen südamerikanischen Ländern.

Unterhaltung und Freizeit

Ein Fitnessstudio-Mitgliedschaft kostet in Peru etwa 27 bis 41 Euro pro Monat. Der Eintritt ins Kino liegt bei 4,50 Euro. Sportaktivitäten wie geführte Wanderungen oder Mountainbike-Touren kosten zwischen 27 und 91 Euro, je nach Dauer und Schwierigkeit.

Kleidung ist in Peru relativ teuer, besonders internationale Marken. Ein einfaches Sommerkleid oder T-Shirt kostet etwa 22,50 Euro, Jeans von Marken wie Levi's etwa 36 Euro. Sportschuhe von Nike oder Adidas kosten rund 64 Euro. Lokale Märkte bieten allerdings günstigere Alternativen, besonders für traditionelle peruanische Kleidung wie Alpaka-Pullover.

Regionale Preisunterschiede

Die Lebenshaltungskosten in Peru variieren erheblich zwischen den Regionen. Lima, als Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum, ist die teuerste Stadt des Landes. Besonders die gehobenen Stadtteile wie Miraflores, Barranco und San Isidro ziehen viele Expats und digitale Nomaden an, was die Preise in die Höhe treibt. Hier kostet ein Mittagessen in einem guten Restaurant leicht 18 bis 27 Euro, während man in anderen Stadtteilen Limas für 5 bis 9 Euro essen kann.

Arequipa, die zweitgrößte Stadt Perus, bietet ein deutlich niedrigeres Preisniveau. Die Lebenshaltungskosten liegen hier etwa 30 bis 40 Prozent unter denen Limas bei vergleichbarer Lebensqualität. Ein Apartment im Zentrum kostet um die 360 Euro monatlich, außerhalb sogar nur 270 Euro. Ähnlich verhält es sich in Trujillo im Norden des Landes.

Cusco ist ein Sonderfall: Als Touristenmagnet und Tor zu Machu Picchu sind die Preise im historischen Zentrum und in der Plaza de Armas deutlich höher als im Rest der Stadt. Restaurants am Hauptplatz verlangen für ein Essen oft das Dreifache dessen, was man ein paar Straßen weiter zahlt. Dennoch liegt das Preisniveau insgesamt etwa 20 Prozent unter Lima.

Besonders interessant ist das Sacred Valley (Heilige Tal) zwischen Cusco und Machu Picchu. Orte wie Ollantaytambo oder Pisac bieten authentisches peruanisches Leben zu günstigen Preisen, während sie gleichzeitig nahe an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen. Die Preise hier sind etwa 40 Prozent niedriger als in Aguas Calientes, der Stadt direkt unterhalb von Machu Picchu. Aguas Calientes ist bekannt für überhöhte Preise, da praktisch jeder Besucher Machu Picchus dort durchkommt.

Im Vergleich zu den Nachbarländern liegt Peru preislich im Mittelfeld. Bolivien ist deutlich günstiger, während Chile und Argentinien teurer sind. Kolumbien und Ecuador bewegen sich auf ähnlichem Niveau wie Peru. Innerhalb Südamerikas gilt Peru als eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse, besonders wenn man die kulinarische Szene, die Sicherheit und die touristische Infrastruktur berücksichtigt.

Weitere Kosten und Besonderheiten

Trinkgeld ist in Peru nicht verpflichtend, wird aber geschätzt. In Restaurants sind 10 Prozent üblich, oft ist ein Servicezuschlag bereits in der Rechnung enthalten. Taxifahrer erwarten kein Trinkgeld, man kann aber aufrunden. Bei Touren und geführten Ausflügen sind 4,50 bis 9 Euro Trinkgeld für den Guide angemessen.

Die Wasserqualität in Peru ist nicht überall trinkbar. In Hotels und besseren Restaurants wird gefiltertes Wasser angeboten, ansonsten empfiehlt sich der Kauf von Flaschenwasser. Eine wiederverwendbare Flasche mit Filter ist praktisch und umweltfreundlich. Die Gesundheitsversorgung in Peru ist in Städten gut, private Kliniken bieten europäischen Standard. Eine Konsultation beim Privatarzt kostet etwa 27 bis 45 Euro. Reisekrankenversicherungen werden dringend empfohlen.

Peru verlangt keine Impfpflicht für die Einreise, allerdings wird die Gelbfieberimpfung für Reisen in den Amazonas empfohlen. Diese kann man auch vor Ort in Apotheken bekommen. Medikamente sind in Peru oft günstiger als in Deutschland und viele sind rezeptfrei erhältlich.

Bargeldabhebungen an Automaten sind auf etwa 400 bis 700 Soles (100 bis 175 Euro) pro Transaktion begrenzt. Die Bankgebühren liegen bei 2 bis 4 Euro pro Abhebung. Wer länger bleibt, sollte eine lokale Bankkarte in Betracht ziehen oder größere Summen auf einmal abheben, um Gebühren zu sparen. Einige deutsche Banken bieten kostenlose Abhebungen im Ausland an – das sollte man vor der Reise prüfen.