Island zieht Reisende mit dramatischen Vulkanlandschaften, gewaltigen Wasserfällen, geothermalen Quellen und der Magie der Nordlichter an. Die Insel im Nordatlantik bietet einzigartige Naturphänomene wie Geysire, Gletscher und schwarze Strände. Besonders beliebt sind die Golden Circle Route mit dem Þingvellir-Nationalpark und dem Gullfoss-Wasserfall sowie die berühmte Blaue Lagune. Reykjavík verbindet nordische Gemütlichkeit mit moderner Kultur. Allerdings sollten Besucher sich auf eines einstellen: Island gehört zu den teuersten Reisezielen Europas und verlangt ein deutlich höheres Budget als die meisten anderen europäischen Länder.

Das Preisniveau in Island liegt aus deutscher Sicht in der Kategorie sehr hoch. Aktuelle Vergleiche zeigen, dass die Lebenshaltungskosten etwa 80 bis 95 Prozent über deutschem Niveau liegen. In manchen Bereichen sind die Preise sogar doppelt so hoch. Besonders teuer sind Restaurants, Alkohol und Unterkünfte. Ein einfaches Restaurantessen kostet zwischen 18 und 25 Euro, während man in Deutschland oft mit 12 bis 15 Euro auskommt. Ein Bier in einer Bar schlägt mit 8 bis 12 Euro zu Buche, verglichen mit 4 bis 5 Euro in Deutschland. Auch Alltagsprodukte wie Lebensmittel sind spürbar teurer. Nur wenige Dinge sind günstiger: Strom aus geothermaler Energie ist erstaunlich preiswert, und das Leitungswasser ist kostenlos und von bester Qualität.

Währung und Zahlungsmittel

Island verwendet die Isländische Krone (ISK) als Währung. Ein Euro entspricht aktuell etwa 140 bis 145 Kronen. Obwohl Island zum Europäischen Wirtschaftsraum gehört, hat das Land den Euro nicht eingeführt. Die Inflation lag 2024 bei etwa 4 bis 5 Prozent. Geldautomaten sind in allen Städten und größeren Ortschaften verfügbar. Kartenzahlung ist nahezu überall möglich und wird bevorzugt, selbst bei kleinsten Beträgen. Viele Isländer nutzen kaum noch Bargeld.

Kreditkarten werden fast überall akzeptiert, auch an Tankstellen außerhalb der Städte. Wechselstuben gibt es hauptsächlich am Flughafen und in Reykjavík, die Kurse sind aber meist ungünstig. Besser ist es, mit Karte zu zahlen oder Geld am Automaten abzuheben. Beim Bezahlen sollte man immer in Kronen zahlen, nicht in Euro, um zusätzliche Gebühren zu vermeiden. Trinkgeld ist in Island unüblich, da Serviceleistungen bereits im Preis enthalten sind.

Restaurants und Gastronomie

Essen gehen in Island ist extrem teuer und einer der größten Kostenfaktoren für Besucher. Ein Hauptgericht in einem einfachen Restaurant kostet zwischen 18 und 25 Euro. In gehobenen Restaurants zahlt man für ein Drei-Gänge-Menü schnell 70 bis 100 Euro pro Person. Selbst Fast Food ist nicht günstig: Ein Big Mac-Menü kostet etwa 12 bis 15 Euro, ein Subway-Sandwich liegt bei 12 Euro. Die beliebten isländischen Hot Dogs von Bæjarins Beztu kosten zwar nur 6 bis 7 Euro, aber davon wird man kaum satt.

Ein Cappuccino in Cafés kostet 4 bis 7 Euro, ein Espresso etwa 3 bis 4 Euro. Softdrinks in Restaurants schlagen mit 3 bis 4 Euro zu Buche. Leitungswasser ist dagegen kostenlos und sollte unbedingt genutzt werden. Traditionelle isländische Gerichte wie Lamm oder Fisch kosten in Restaurants 25 bis 40 Euro. Ein Tagesmenü gibt es ab etwa 15 bis 20 Euro, ist aber nicht überall verfügbar. Viele Reisende kochen selbst, um Kosten zu sparen.

Alkoholische Getränke

Alkohol ist in Island extrem teuer, da hohe Steuern erhoben werden. Ein halber Liter Bier in einer Bar oder einem Restaurant kostet zwischen 8 und 12 Euro. In der Happy Hour, die viele Lokale zwischen 16 und 19 Uhr anbieten, sinkt der Preis auf etwa 6 bis 8 Euro. Ein Glas Wein kostet mindestens 8 bis 10 Euro. Alkohol kann nur in staatlichen Geschäften namens Vínbúðin gekauft werden, nicht in Supermärkten.

Im Vínbúðin kostet ein Sechserpack lokales Bier etwa 15 bis 20 Euro. Eine Flasche Wein beginnt bei 12 Euro, Spirituosen kosten zwischen 25 und 50 Euro. Die Öffnungszeiten der Läden sind eingeschränkt, oft nur bis 18 Uhr unter der Woche und samstags bis 16 Uhr. Sonntags sind sie geschlossen. Viele Besucher kaufen Alkohol direkt nach der Ankunft am Flughafen im Duty-Free-Shop, wo die Preise deutlich niedriger sind.

Lebensmittel und Supermärkte

Lebensmittel sind in Island deutlich teurer als in Deutschland. Ein Liter Milch kostet etwa 1,50 bis 2,00 Euro, ein Laib Brot 2 bis 5 Euro. Eier kosten pro Dutzend etwa 4 bis 5 Euro. Ein Kilo Hühnerbrust liegt bei 12 bis 15 Euro, Rindfleisch bei 15 bis 20 Euro. Obst und Gemüse sind besonders teuer, da fast alles importiert werden muss. Ein Kilo Äpfel kostet 3 bis 4 Euro, Tomaten etwa 5 Euro.

Die günstigsten Supermarktketten sind Bónus und Krónan, die deutlich unter dem Preisniveau von Hagkaup oder 10-11 liegen. Ein wöchentlicher Einkauf für eine Person kostet etwa 60 bis 80 Euro, wenn man sparsam ist. Fertiggerichte und lokale Produkte wie Skyr (isländischer Joghurt) sind vergleichsweise günstiger. Beim Einkaufen sollte man eigene Taschen mitbringen, da Plastiktüten extra kosten.

Öffentliche Verkehrsmittel

Das öffentliche Verkehrsnetz ist in Island stark eingeschränkt. In Reykjavík gibt es Busse, aber kein U-Bahn- oder Straßenbahnsystem. Eine Einzelfahrt kostet etwa 5 Euro. Eine Tageskarte liegt bei 18 Euro, eine Dreitageskarte bei 40 Euro. Das ist deutlich teurer als in Deutschland. Außerhalb Reykjavíks gibt es praktisch keine Busverbindungen zwischen kleineren Orten. Es gibt keine Züge in Island.

Langstreckenbusse zwischen Städten sind verfügbar, aber teuer und fahren selten. Die meisten Touristen mieten daher ein Auto. Taxis sind extrem teuer mit einem Grundpreis von etwa 5 bis 6 Euro und 2 bis 3 Euro pro Kilometer. Eine 20-minütige Fahrt in Reykjavík kostet schnell 25 bis 35 Euro. Uber und ähnliche Dienste gibt es in Island nicht.

Mietwagen

Ein Mietwagen ist fast unerlässlich, um Island zu erkunden. Die Preise sind hoch, besonders in der Hauptsaison von Juni bis August. Ein Kleinwagen kostet ab 50 bis 70 Euro pro Tag, ein SUV 100 bis 150 Euro. Für Winterreisen oder Fahrten ins Hochland braucht man einen Allradantrieb, der noch teurer ist. Benzinpreise liegen bei etwa 2,20 bis 2,50 Euro pro Liter, Diesel bei 2,00 bis 2,30 Euro. Das ist deutlich höher als in Deutschland.

Versicherungen sind wichtig, da Wind und Wetter Schäden verursachen können. Eine Vollkaskoversicherung erhöht den Tagespreis um 20 bis 40 Euro. Viele Vermieter verlangen eine Kaution von 1.000 bis 2.000 Euro. Die Straßen sind gut ausgebaut, aber im Winter oft eisig. Spikes oder Winterreifen sind Pflicht. Tankstellen akzeptieren fast nur Kartenzahlung, auch nachts an Automaten.

Attraktionen und Sehenswürdigkeiten

Viele Naturattraktionen in Island sind kostenlos zugänglich, darunter Wasserfälle wie Gullfoss und Seljalandsfoss sowie Strände und Lavafelder. Der Eintritt in den Þingvellir-Nationalpark ist frei, nur das Parken kostet etwa 5 bis 8 Euro. Der Kerid-Krater verlangt 4 bis 5 Euro Eintritt. Museen kosten meist 10 bis 15 Euro. Die Golden Circle Tour, eine der beliebtesten Routen, kann man selbst abfahren oder als geführte Tour ab 70 Euro buchen.

Die berühmte Blaue Lagune ist mit Abstand die teuerste Attraktion. Der günstigste Eintritt (Comfort-Paket) kostet etwa 75 bis 85 Euro und beinhaltet ein Handtuch, eine Schlammmaske und ein Getränk. Premium-Pakete kosten 120 bis 180 Euro. Tickets sind oft Wochen im Voraus ausverkauft. Alternative Thermalbäder wie die Secret Lagoon sind mit 25 bis 35 Euro deutlich günstiger. Gletscherwanderungen, Walbeobachtung und andere Aktivitäten kosten zwischen 70 und 200 Euro.

Übernachtung

Unterkünfte sind in Island sehr teuer. Ein Bett im Hostel-Schlafsaal kostet ab 35 bis 50 Euro pro Nacht. Private Zimmer in Hostels beginnen bei 100 bis 130 Euro. Ein Doppelzimmer in einem einfachen Hotel kostet 120 bis 180 Euro, in Mittelklassehotels 180 bis 250 Euro. Luxushotels verlangen 300 Euro und mehr. In der Hauptsaison steigen die Preise noch deutlich.

Airbnb-Wohnungen sind etwas günstiger, aber immer noch teuer. Eine kleine Wohnung kostet 80 bis 120 Euro pro Nacht. Campingplätze sind die günstigste Option mit 10 bis 20 Euro pro Person, erfordern aber eigene Ausrüstung. Viele Unterkünfte haben gemeinsame Badezimmer, selbst im mittleren Preissegment. Frühstück ist selten im Preis enthalten und kostet extra 15 bis 25 Euro.

Street Food und Snacks

Street Food ist in Island selten und nicht besonders günstig. Die berühmten Hot Dogs kosten 6 bis 7 Euro. Ein Sandwich in einem Café liegt bei 8 bis 12 Euro. Shawarma oder Döner kosten etwa 12 bis 15 Euro. Fast-Food-Ketten wie Subway verlangen 10 bis 15 Euro für ein Menü. KFC-Menüs kosten 15 bis 18 Euro. Selbst einfache Snacks wie belegte Brötchen aus dem Supermarkt kosten 5 bis 8 Euro.

Backwaren sind vergleichsweise erschwinglich. Ein Stück Kuchen kostet 4 bis 6 Euro. Zimtschnecken und Gebäck liegen bei 3 bis 5 Euro. Wer sparen möchte, sollte sich Proviant aus dem Supermarkt mitnehmen. Fertiggerichte zum Aufwärmen kosten 6 bis 10 Euro und sind eine günstige Alternative zu Restaurants.

Unterhaltung und Freizeit

Kinotickets kosten etwa 12 bis 15 Euro, ähnlich wie in Deutschland. Fitnessstudios verlangen 60 bis 100 Euro monatlich. Thermalbäder mit Eintritt kosten 8 bis 15 Euro für öffentliche Schwimmbäder, sind aber eine günstige Alternative zur Blauen Lagune. Bowling kostet 8 bis 12 Euro pro Person und Stunde. Nachtclubs haben oft keinen Eintritt, aber Getränke sind extrem teuer.

Konzerte und kulturelle Veranstaltungen kosten zwischen 20 und 60 Euro. Die Lebenshaltungskosten für Unterhaltung sind insgesamt höher als in Deutschland. Naturerlebnisse wie Wandern, Nordlichter-Beobachtung und Vogelbeobachtung sind kostenlos und bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

SIM-Karten und Internet

Prepaid-SIM-Karten kosten in Island etwa 15 bis 25 Euro und bieten meist 5 bis 10 GB Datenvolumen. Die größten Anbieter sind Síminn, Vodafone und Nova. Das Internet ist in Island extrem schnell, selbst in ländlichen Gebieten. WLAN ist in den meisten Hotels, Cafés und Restaurants kostenlos verfügbar. Roaming-Gebühren entfallen für EU-Bürger dank EU-Regelungen.

Regionale Preisunterschiede

Die Preise sind in ganz Island hoch, aber Reykjavík ist am teuersten. Restaurants, Hotels und Dienstleistungen kosten hier 20 bis 30 Prozent mehr als in kleineren Orten. In ländlichen Gebieten und kleineren Städten wie Akureyri sind die Preise etwas niedriger, aber das Angebot ist eingeschränkter. An beliebten Touristenorten wie Vík oder entlang der Südküste steigen die Preise in der Hauptsaison deutlich.

Entlegene Gebiete wie die Westfjorde haben höhere Preise für Lebensmittel und Benzin, da alles von weiter weg transportiert werden muss. Die Ostfjorde bieten etwas günstigere Unterkünfte. Insgesamt sind die regionalen Unterschiede aber geringer als in vielen anderen Ländern, da Island klein ist und überall von Importen abhängt.

Warum ist Island so teuer?

Mehrere Faktoren machen Island zu einem der teuersten Länder der Welt. Die geografische Isolation bedeutet, dass fast alle Waren importiert werden müssen. Hohe Transportkosten und Zölle treiben die Preise. Das raue Klima und die kurze Wachstumsperiode erschweren die lokale Landwirtschaft. Die kleine Bevölkerung von nur 380.000 Menschen führt zu geringeren Produktionsmengen und höheren Stückkosten.

Hohe Löhne und ein starkes Sozialsystem bedeuten hohe Lohnnebenkosten für Unternehmen, die an Kunden weitergegeben werden. Die Mehrwertsteuer liegt bei 24 Prozent auf Lebensmittel und Dienstleistungen. Der boomende Tourismus hat seit 2010 die Nachfrage erhöht und Preise in die Höhe getrieben. Auf der positiven Seite sind die hohen Preise ein Zeichen für hohen Lebensstandard und gute Löhne.

Vergleich mit Deutschland und anderen Ländern

Im Vergleich zu Deutschland sind die Lebenshaltungskosten in Island etwa doppelt so hoch. Ein Restaurantbesuch kostet in Island 80 bis 100 Prozent mehr. Lebensmittel sind 40 bis 50 Prozent teurer, Alkohol sogar 150 Prozent teurer. Nur Strom ist in Island günstiger dank geothermaler und Wasserkraft-Energie. Auch Norwegen und die Schweiz sind teurer als Deutschland, aber Island toppt beide in vielen Kategorien.

Innerhalb Europas ist Island nach der Schweiz das zweitteuerste Land. Dänemark und Norwegen folgen dahinter. Im Vergleich zu den USA liegen die Preise in Island etwa 20 bis 30 Prozent höher. Nur wenige Orte weltweit sind teurer, darunter Bermuda und Monaco. Die hohen Kosten schrecken viele Besucher ab, aber die einzigartige Natur und die spektakulären Landschaften machen Island dennoch zu einem lohnenden Ziel.

Trotz der hohen Preise gibt es Möglichkeiten, Kosten zu sparen. Selbst kochen statt auswärts essen kann das Budget halbieren. Hostels und Campingplätze sind deutlich günstiger als Hotels. Außerhalb der Hauptsaison fallen Preise für Unterkünfte und Mietwagen um 30 bis 50 Prozent. Viele Naturattraktionen sind kostenlos. Wer clever plant, kann Island auch mit moderatem Budget erleben, muss aber mit höheren Ausgaben rechnen als in den meisten anderen europäischen Ländern. Die Investition lohnt sich für alle, die Islands einzigartige Landschaften und Kultur erleben möchten.