Nordkorea ist für die meisten Menschen ein sehr ungewöhnliches Reiseziel. Individualtourismus ist praktisch nicht möglich, Einreisen erfolgen fast ausschließlich über organisierte Gruppenreisen mit festem Programm, strengen Regeln und ständiger Begleitung durch staatliche Guides. Gerade diese Mischung aus strenger Kontrolle, abgeschottetem System, Monumentalbauten in Pjöngjang und einem Alltagsleben, das man sonst nur aus Berichten kennt, macht den Reiz für die wenigen aus, die sich bewusst für eine Reise nach Nordkorea entscheiden.
Allgemeines Preisniveau aus deutscher Sicht
Die Lebenshaltungskosten in Nordkorea liegen aus deutscher Sicht grundsätzlich in der Kategorie niedrig. Löhne und lokale Preise für Einheimische sind extrem niedrig, einfache Produkte auf lokalen Märkten kosten oft nur Bruchteile dessen, was man in Deutschland zahlen würde. Für ausländische Besucher gilt aber ein eigenes System mit speziellen Läden, Restaurants und Hotels, in denen in Euro, US-Dollar, chinesischen Yuan oder mit einer speziellen Guthabenkarte bezahlt wird. Hier bewegen sich die Preise eher im unteren bis mittleren Bereich im Vergleich zu Deutschland.
Besonders günstig erscheinen für deutsche Reisende oft:
- Bier und einfache alkoholfreie Getränke in typischen Hotelbars oder staatlichen Bierstuben
- Lokale Snacks und einfache Gerichte in weniger touristischen Einrichtungen
- Eintrittspreise zu vielen staatlichen Attraktionen, wenn sie im Rahmen der Tour organisiert sind
Deutlich teurer als erwartet können dagegen sein:
- Importierte Markenprodukte (z. B. westliche Alkoholmarken, Kaffee, Süßwaren)
- Internetnutzung und SIM-Karten für ausländische Besucher
- Einige Dienstleistungen, die nur in Devisen bezahlt werden können (z. B. bestimmte Bars, „Luxus“-Restaurants, Souvenirläden)
Währung, Inflation und Bezahlmöglichkeiten
Offiziell ist der nordkoreanische Won die Landeswährung. Für Touristen spielen aber Euro, chinesische Yuan und teilweise US-Dollar eine deutlich wichtigere Rolle. Auf nahezu allen klassischen Touristenspuren wird in Devisen abgerechnet, die Preise werden dir meist direkt in Euro oder Yuan genannt. Die offizielle Umrechnung zum Won sagt im Alltag eines Besuchers wenig aus, da Touristen kaum mit normalen einheimischen Preisen in Berührung kommen.
Die wirtschaftliche Lage ist angespannt, und Inflationsraten sind schwer einzuschätzen, weil das Land kaum transparente Daten veröffentlicht. Für Reisende bedeutet das praktisch: Preise, die in Devisen angegeben sind, bleiben im Rahmen einer Reise relativ stabil. Schwankungen betreffen eher den inoffiziellen Wechselkurs und das Preisniveau auf lokalen Märkten, zu denen ausländische Gäste nur kontrollierten Zugang haben.
Wichtige Punkte zum Bezahlen in Nordkorea:
- Geldautomaten: Internationale Geldautomaten, an denen man mit ausländischen Karten Bargeld beziehen kann, stehen Touristen praktisch nicht zur Verfügung.
- Kreditkarten: Internationale Kredit- und EC-Karten funktionieren im Alltag kaum. Selbst in großen Hotels ist Kartenzahlung nicht zuverlässig oder wird schlicht nicht angeboten.
- Bargeld: Ausländische Besucher sollten genügend Bargeld in Euro (oder ggf. chinesischen Yuan) mitbringen. Kleine Scheine sind hilfreich, da Wechselgeld manchmal knapp ist.
- Wechselmöglichkeiten: Der Umtausch erfolgt in Hotels, bei Reiseveranstaltern oder in bestimmten Geschäften. Man erhält teils Guthabenkarten oder es wird direkt in Devisen kassiert.
Transportkosten innerhalb des Landes
Freies Herumreisen ist für Touristen nicht möglich, daher sind Transportkosten eng mit der gebuchten Reise verbunden. Der größte Kostenblock – Anreise mit dem Flugzeug oder Zug von China sowie die komplette Rundreise im Land – ist im Pauschalpreis der Reise enthalten.
Typische Ausgaben, mit denen man im Rahmen der Reise zusätzlich rechnen kann:
- Kurzstrecke im Taxi in Pjöngjang (wenn überhaupt angeboten, meist nur mit Guide): ca. 3–10 €
- Extra-Ausflug (z. B. zusätzliche Stadtrundfahrt, falls buchbar): ca. 20–50 €
- Trinkgeld für Fahrer pro Tag: etwa 3–5 €
Im normalen Alltag eines Besuchers fallen spontane Transportkosten aber selten an, da sich die Gruppe im Reisebus oder Minibus bewegt, der bereits bezahlt ist.
Bars, Restaurants und Hotelgastronomie
Beim Essen und Trinken zeigt sich gut, wie sich Preise und Lebenshaltungskosten in Nordkorea für Ausländer darstellen. Die meisten Mahlzeiten sind im Tourpreis inklusive. Zusätzliche Bestellungen in Bars oder Restaurants bezahlt man in Devisen.
Typische Preisbereiche für Touristen in Pjöngjang und anderen größeren Städten:
| Leistung | Typischer Preis (ca.) |
|---|---|
| Einfaches Gericht im touristischen Restaurant (zusätzlich zur inklusiven Mahlzeit) | 5–10 € |
| Aufwendiges Menü oder „besseres“ Restaurant | 15–30 € |
| Softdrink im Hotel oder Restaurant | 1–3 € |
| Glas lokales Bier in einer typischen Bierbar | 0,50–2 € |
| Importbier oder importierter Spirituosen-Drink | 5–15 € oder mehr |
Aus deutscher Sicht sind einfache Getränke und lokale Gerichte damit eher günstig, während gehobene Restaurants und importierte Produkte preislich durchaus an westeuropäische Verhältnisse heranreichen oder diese sogar übersteigen können.
Lebensmittel und Supermärkte
Der normale nordkoreanische Lebensmittelmarkt ist für Touristen nur eingeschränkt sichtbar. In manchen Programmen stehen Besuche eines Marktes oder Kaufhauses auf dem Plan, wobei du dich in Begleitung des Guides bewegst. Die dort sichtbaren Preise für Einheimische sind im Vergleich zu Deutschland extrem niedrig, wenn man in Euro umrechnet, sie entsprechen aber der sehr begrenzten Kaufkraft der Bevölkerung.
In Devisenläden oder Hotelshops, die sich an Ausländer und besser gestellte Nordkoreaner richten, ergibt sich ein anderes Bild. Hier orientieren sich die Preise eher an dem, was man aus China oder kleineren europäischen Städten kennt. Beispiele:
- Flasche Wasser (0,5–1 l) im Hotelshop: ca. 1–2 €
- Lokale Süßigkeiten oder Kekse: ca. 1–3 €
- Importschokolade oder westliche Snacks: ca. 3–6 €
- Kaffee im Café im Hotel: ca. 2–5 €
Für deutsche Besucher wirken lokale Produkte meist günstig, während importierte Marken teils deutlich teurer sind als zu Hause.
Bier im Supermarkt und in Bars
Bier spielt im nordkoreanischen Alltag und in der touristischen Infrastruktur eine große Rolle. In Pjöngjang gibt es zahlreiche Bierstuben und Bars, die auch von Reisegruppen besucht werden. Für Einheimische gelten komplizierte Regeln und oft staatlich begrenzte Kontingente, für Ausländer hingegen zählen nur die Devisenpreise.
- Kleines lokales Bier (Glas oder kleine Flasche) in einer typischen Bierbar: etwa 0,50–1,50 €
- Lokales Bier in der Hotelbar: häufig 1–3 €
- Importierte Markenbiere in ausgewählten Bars: 5–10 € oder mehr, im Extremfall deutlich höher
- Flasche lokales Bier im Hotelshop: etwa 1–2 €
Verglichen mit Deutschland sind lokal gebraute Biere für Touristen meist günstiger, während importierte Sorten wegen der Sanktionen und der aufwendigen Logistik sehr teuer sein können.
Attraktionen und Freizeitaktivitäten
Die meisten Sehenswürdigkeiten – Monumente, Plätze, Museen oder Aussichtspunkte – werden im Rahmen der Rundreise besucht, sodass du keine einzelnen Eintrittskarten kaufst. Dennoch gibt es einige typische zusätzliche Ausgaben, zum Beispiel:
- Eintritt in bestimmte Freizeit- oder Vergnügungsparks: ca. 3–10 €
- Besuch eines Schwimmbads oder Spa-Bereichs im Hotel: ca. 5–15 €
- Bootsfahrten oder ähnliche Ausflüge: ca. 10–30 €
- Souvenirs (Poster, Abzeichen, Bücher): je nach Produkt meist 3–20 €
Im Vergleich zu Nachbarländern wie China wirken Eintrittspreise für einfache Attraktionen häufig etwas niedriger oder ähnlich, während besondere Aktivitäten – vor allem solche, die ausdrücklich für ausländische Gäste konzipiert sind – sich eher im mittleren europäischen Preisbereich bewegen.
Unterkunft und Übernachtungspreise
Hotels für Touristen in Nordkorea sind fast immer Teil eines Pauschalpakets. Der Reisepreis deckt Unterkunft, Vollpension und Transport im Land ab. Einzelne Übernachtungspreise in Euro werden nur selten separat ausgewiesen, lassen sich aber grob aus Paketpreisen und Erfahrungswerten ableiten.
Realistisch liegen die Übernachtungskosten in klassischen Touristenhotels je nach Standard etwa in diesem Rahmen:
- Standard-Hotel in Pjöngjang (Doppelzimmer, inklusive Frühstück): umgerechnet ca. 60–100 € pro Nacht
- Etwas einfachere Hotels in Provinzstädten: umgerechnet ca. 40–70 € pro Nacht
Diese Preise sind in Nordkorea selbst sehr hoch, erscheinen deutschen Reisenden aber ähnlich wie Mittelklassehotels in günstigeren europäischen Städten. Luxusangebote im westlichen Sinn sind selten, werden aber preislich eher im gehobenen Bereich liegen.
Streetfood und kleinere Snacks
„Streetfood“ im klassischen Sinne, wie man es aus Südostasien kennt, ist für Touristen nur eingeschränkt zugänglich. Was du eher erleben wirst, sind kleine Snacks an Kiosken, Ständen in Freizeitparks oder einfachere Lokale, die von der Reiseleitung ausgewählt werden.
- Einfache Nudelsuppe oder Snackgericht: ca. 2–5 €
- Kleine Fleischspieße oder Teigtaschen: ca. 1–3 €
- Eis oder süße Snacks an Ständen: ca. 1–2 €
Wenn du die Lebenshaltungskosten in Nordkorea mit Deutschland vergleichst, sind solche Kleinigkeiten im touristischen Bereich meist günstiger. Der große Unterschied liegt darin, dass du sie nicht spontan an jeder Ecke kaufen kannst, sondern fast immer im Rahmen des offiziellen Programms.
Unterhaltung, Abendprogramm und Nachtleben
Das Freizeitangebot für Touristen konzentriert sich auf ausgewählte Bars, Karaoke-Räume, Hotelclubs und gelegentliche Veranstaltungen wie Konzerte oder Shows. Auch hier zahlt man meist in Euro.
- Karaoke-Abend (Eintritt plus ein Getränk): oft um die 3–5 €
- Zusätzliche Getränke im Hotelclub oder an der Bar: pro Glas 1–5 €
- Besuch eines größeren Kulturprogramms oder einer Show (falls buchbar): ca. 10–30 €
Im Vergleich zu anderen Ländern Ostasiens ist das Nachtleben für Besucher deutlich eingeschränkter, die Preise bewegen sich aber grob im Bereich kleinerer Städte in China oder Vietnam – bei deutlich weniger Auswahl.
Mietwagen und individuelle Mobilität
Ein klassischer Mietwagenmarkt existiert für Touristen in Nordkorea praktisch nicht. Selbst fahren ist aus politischen und sicherheitsbedingten Gründen nicht vorgesehen. Stattdessen bewegt man sich ausschließlich im Reisebus oder Kleinbus mit Fahrer und Guide.
Sollten ausnahmsweise individuelle Fahrten organisiert werden, wird dafür meist ein Fahrzeug mit Fahrer stunden- oder tageweise gebucht, die Kosten liegen dann schnell im Bereich von 50–150 € pro Tag, werden aber in der Regel direkt über den Reiseveranstalter abgerechnet. Für die normale Reiseplanung spielen Preise für Mietwagen und Lebenshaltungskosten in diesem Bereich daher kaum eine Rolle.
SIM-Karten, Internet und Kommunikation
Die Lebenshaltungskosten in Nordkorea werden für viele Besucher spätestens beim Thema Kommunikation spürbar. Wer während der Reise online sein oder telefonieren möchte, zahlt deutlich mehr als in den meisten anderen Ländern.
- Touristen-SIM-Karte (Koryolink o. Ä., einmalige Aktivierung): häufig im Bereich von 150–250 € nur für die Karte
- Kleines Datenpaket (z. B. 50 MB): ca. 15–25 €
- Internationale Gesprächsminuten: je nach Zielregion häufig über 1 € pro Minute
- WLAN-Nutzung im Flughafen oder in manchen Hotels: z. B. 2–5 € für kurze Zeitkontingente
Im Vergleich zu Ländern wie China oder Südkorea sind die Kosten für mobile Daten und Telefonie damit extrem hoch. Viele Reisende verzichten daher während ihres Aufenthalts weitgehend auf Internet und internationale Telefonate und nutzen stattdessen nur die Infrastruktur der Hotels oder die Hilfe der Guides für organisatorische Fragen.
Visa, eventuelle Verlängerungen und weitere Gebühren
Das Visum für Nordkorea wird in der Regel über den Reiseveranstalter organisiert und ist im Reisepreis inkludiert. Die reinen Visagebühren bewegen sich typischerweise im Bereich von 50–100 €, werden aber selten separat ausgewiesen. Verlängerungen des Aufenthalts sind für Kurzzeit-Touristen unüblich und würden, falls überhaupt möglich, stets über die Reiseagentur und mit entsprechender Bearbeitungsgebühr laufen.
Weitere typische Kosten im Zusammenhang mit Einreise und Formalitäten können sein:
- Transitvisa oder Einreisegebühren in China bei An- und Abreise über Peking oder Dandong
- Gebühren für Änderungen der Flugdaten
- Kleine Gebühren für Fotoerlaubnisse an bestimmten Orten (falls verlangt)
Weitere typische Ausgaben im Alltag eines Besuchers
Auch wenn du in Nordkorea keinen klassischen „Alltag“ wie in anderen Ländern erleben wirst, gibt es eine Reihe weiterer Ausgaben, die für die Einschätzung der Lebenshaltungskosten in Nordkorea aus touristischer Sicht interessant sind:
- Souvenirs: Poster, Abzeichen, Briefmarken, Bücher oder Kunsthandwerk liegen meist zwischen 5 und 30 € pro Stück.
- Trinkgelder: Für Guides werden oft 5–10 € pro Person und Tag empfohlen, für Fahrer 3–5 €.
- Wäscherei im Hotel: Einfacher Wäscheservice pro Kleidungsstück: etwa 1–3 €.
- Fotogebühren: An manchen Orten kann eine kleine Gebühr von 1–3 € erhoben werden, wenn man fotografieren möchte.
Verglichen mit Nachbarländern wie China oder Russland sind viele dieser Kosten in einem ähnlichen Rahmen, allerdings auf eine sehr spezielle touristische Blase beschränkt. Die eigentlichen Lebenshaltungskosten in Nordkorea für Einheimische liegen nochmals deutlich darunter, sind aber für Kurzzeitbesucher nur schwer direkt erfahrbar.
Regionale Preisunterschiede innerhalb Nordkoreas
Der deutlichste Preisunterschied im Land verläuft zwischen Pjöngjang und den Provinzen – und zwischen Einrichtungen, die auf Devisen von Ausländern und wohlhabenden Nordkoreanern ausgelegt sind, und solchen, die dem alltäglichen Bedarf der Bevölkerung dienen. Für Besucher spielt vor allem folgendes eine Rolle:
- Pjöngjang: Hier befinden sich die meisten Touristenhotels, Bars, Restaurants und Devisenläden. Preise in Euro sind im Vergleich zum restlichen Land höher, aber aus deutscher Sicht immer noch moderat.
- Provinzstädte: In Orten außerhalb der Hauptstadt sind die offiziellen Angebote für Touristen meist einfacher und etwas günstiger. Getränke, Snacks und kleinere Ausflüge können hier spürbar weniger kosten als in Pjöngjang.
- Lokale Märkte: Wo Touristen in Begleitung Zugang haben, sind die Preise in Won extrem niedrig. In Euro umgerechnet liegt das Niveau deutlich unter dem deutscher Discounter – allerdings ohne die Möglichkeit, sich frei zu bewegen oder wirklich spontan einzukaufen.
Für die Einschätzung der Preise und Lebenshaltungskosten in Nordkorea ist es wichtig, zwischen dem offiziellen touristischen System in Devisen und der einheimischen Wirtschaft zu unterscheiden. Aus deutscher Sicht wirkt das Preisniveau im touristischen Bereich meist niedrig bis moderat, die eigentliche Lebensrealität der Bevölkerung liegt preislich und wirtschaftlich jedoch in einer völlig anderen Dimension.
