Jordanien verbindet antike Kultur mit spektakulären Wüstenlandschaften und gilt für viele als klassisches Ziel für Rundreisen. Petra, das Wadi Rum, das Tote Meer und das Rote Meer bei Aqaba ziehen sowohl Individualreisende als auch Pauschaltouristen an. Wer einen Urlaub oder einen längeren Aufenthalt plant, fragt sich schnell, wie hoch die Preise in Jordanien liegen und mit welchen Lebenshaltungskosten man im Alltag, auf Rundreisen und in den typischen Touristengebieten rechnen muss.
Aus deutscher Sicht liegt Jordanien insgesamt im mittleren Preissegment. Viele Alltagsausgaben wie einfache Restaurantbesuche, Streetfood oder Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind deutlich günstiger als in Deutschland. Gleichzeitig können touristische Leistungen – etwa Eintritte zu berühmten Sehenswürdigkeiten, Hotels in Toplagen oder Alkohol – spürbar ins Geld gehen. Besonders in stark besuchten Orten wie Petra, am Toten Meer oder in Strandhotels am Roten Meer liegen die Preise klar über dem Landesdurchschnitt.
Die Landeswährung ist der Jordanische Dinar (JOD), der fest an den US-Dollar gekoppelt ist. Für Reisende bedeutet das eine relativ stabile Umrechnung in Euro, größere Währungsschwankungen sind selten. Bezahlen kann man in den meisten Hotels, vielen Restaurants und größeren Geschäften bequem mit Kreditkarte. Auf Märkten, in kleineren Läden, Taxis oder bei Streetfood-Ständen dominiert dagegen Bargeld. Geldautomaten findet man in Städten und größeren Orten recht dicht, in abgelegenen Regionen – etwa im Wadi Rum oder in kleinen Dörfern – sollte man genügend Bargeld dabeihaben.
Lebenshaltungskosten und regionale Preisunterschiede
Die Lebenshaltungskosten in Jordanien hängen stark davon ab, wo und wie man unterwegs ist. Wer überwiegend in lokalen Restaurants isst, einfache Unterkünfte nutzt und sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegt, kommt deutlich günstiger weg als Reisende, die sich an westlichen Standards orientieren, gehobene Hotels wählen und gern in Hotelbars oder internationalen Restaurants sitzen.
In Amman sind die Preise in zentralen, wohlhabenderen Vierteln höher als in einfachen Wohngegenden. In touristischen Hotspots wie Petra (Wadi Musa), am Toten Meer und in den Strandresorts bei Aqaba steigen die Kosten für Hotels, Restaurants und Getränke noch einmal deutlich an. Dagegen gelten Städte wie Irbid, Zarqa oder kleinere Orte im Norden und Osten als vergleichsweise günstig, sowohl bei Mieten als auch bei Alltagsleistungen.
Für einen durchschnittlichen Reisenden lassen sich grob drei Budgets skizzieren (ohne Anreise):
- Einfaches Budget / Backpacker: ca. 50–70 € pro Tag (Hostel oder einfache Pension, viel Streetfood, überwiegend Busse, wenige teure Eintritte pro Tag).
- Mittleres Budget: ca. 80–130 € pro Tag (Mittelklassehotel, Mix aus lokalen und touristischen Restaurants, gelegentlicher Mietwagen oder organisierte Touren, mehrere kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten).
- Komfortabel / gehoben: ab etwa 150 € pro Tag (gute Hotels oder Resorts, regelmäßige Restaurantbesuche mit Alkohol, private Transfers, geführte Ausflüge).
Transport in Jordanien
Beim Transport zeigen sich die vergleichsweise niedrigen Preise in Jordanien besonders deutlich, vor allem im Vergleich zu Deutschland. Öffentliche Verkehrsmittel und geteilte Taxis sind günstig, Mietwagen liegen preislich im unteren bis mittleren europäischen Bereich.
- Stadtbusse: Innerhalb von Amman oder in größeren Städten zahlt man für eine einfache Busfahrt meist rund 0,50–0,70 €.
- Intercity-Busse: Für längere Strecken, zum Beispiel Amman–Aqaba oder Amman–Petra, liegen Tickets oft im Bereich von etwa 4–10 €, je nach Anbieter, Distanz und Komfort.
- Taxis: Der Grundpreis für ein Taxi in Amman startet grob bei rund 0,70 €, hinzu kommen etwa 0,60 € pro Kilometer. In touristischen Orten wird manchmal ein Festpreis vereinbart – Handeln ist dann üblich.
- Private Transfers: Ein privater Transfer vom Flughafen Amman ins Stadtzentrum kann zwischen ca. 30 und 45 € kosten, je nach Fahrzeug und Anbieter.
- Treibstoff: Ein Liter Benzin liegt ungefähr im Bereich von gut 1,30 € und ist damit meist günstiger als in Deutschland.
Mietwagen in Jordanien
Viele Reisende entscheiden sich für einen Mietwagen, um Jordanien flexibel zu erkunden. Hauptstrecken sind gut ausgebaut, und die Entfernungen zwischen den wichtigsten Zielen sind relativ überschaubar.
- Tagestarif: Ein kleiner Mietwagen kostet in der Regel ab etwa 40–60 € pro Tag, bei längeren Mietzeiträumen können die Tagespreise etwas sinken.
- Vollkasko und Kaution: Versicherungen und Kautionen können die Gesamtkosten erhöhen; eine vernünftige Vollkaskoversicherung ist angesichts des Verkehrs und der Straßenverhältnisse sinnvoll.
- Einwegmieten: Für das Abgeben des Fahrzeugs an einem anderen Ort kann eine zusätzliche Gebühr anfallen, zum Beispiel wenn man in Amman anmietet und in Aqaba abgibt.
Im Vergleich zu Deutschland sind Mietwagenpreise insgesamt eher moderat, vor allem außerhalb der absoluten Hochsaison. Wer jedoch ein großes Auto, einen SUV oder sehr kurzfristig bucht, zahlt deutlich mehr.
Bar- und Restaurantbesuche
Die Preise in Restaurants in Jordanien schwanken je nach Art des Lokals erheblich. In einfachen, auf Einheimische ausgerichteten Restaurants bekommt man viel Essen für wenig Geld. In touristischen Restaurants, Hotelrestaurants und internationalen Lokalen nähern sich die Preise dagegen eher europäischen Verhältnissen an.
| Art des Restaurantbesuchs | Typische Preise in Euro |
|---|---|
| Einfache lokale Mahlzeit (z. B. Hummus, Falafel, einfache Fleischgerichte) | ca. 5–8 € |
| Mittagstisch oder Tagesgericht in einem einfachen Restaurant | ca. 6–9 € |
| Drei-Gänge-Menü für zwei Personen in einem Mittelklasserestaurant | ca. 35–45 € |
| Fast-Food-Menü (Burger, Pommes, Getränk) | ca. 6–7 € |
| Cappuccino im Café | ca. 2,50–3 € |
| Softdrink in der Dose oder Flasche im Restaurant | ca. 0,80–1,50 € |
In Amman und Aqaba findet man eine breite Spannweite, von sehr günstigen, familiengeführten Lokalen bis hin zu schicken Restaurants mit gehobenem Preisniveau. In Petra sind die Restaurants rund um den Eingang des archäologischen Parks und in den Hotels deutlich teurer als einfache Lokale im Ort selbst.
Streetfood und einfache Imbisse
Streetfood ist eine der angenehmsten Möglichkeiten, die Lebenshaltungskosten in Jordanien niedrig zu halten. Typische Snacks wie Falafel, Shawarma oder Manaqish (Fladenbrot mit Käse oder Thymian) sind weit verbreitet und meist sehr günstig.
- Falafel-Sandwich auf die Hand: etwa 1–2 €.
- Shawarma-Wrap mit Huhn oder Fleisch: etwa 2–3 €.
- Große Portion Hummus mit Brot für zwei Personen in einem einfachen Lokal: rund 4–6 €.
- Frisch gepresster Saft am Stand: ungefähr 1,50–3 € je nach Größe und Frucht.
Gerade wer sich auf Rundreisen zwischen den wichtigsten Sehenswürdigkeiten bewegt und keinen großen Wert auf westliche Restaurantketten legt, kann mit Streetfood und einfachen Imbissen sehr günstig essen und bleibt trotzdem satt.
Lebensmittel und Supermärkte
Die Lebensmittelpreise in Supermärkten und auf Märkten liegen meist unter dem deutschen Niveau, insbesondere bei frischem Obst und Gemüse. Importierte Produkte, westliche Marken und bestimmte Spezialprodukte können dagegen teurer sein.
| Produkt | Typischer Preis in Euro |
|---|---|
| 1 Liter Milch | ca. 1,40–1,60 € |
| 12 Eier | ca. 2,40–2,70 € |
| 500 g Hähnchenbrust | ca. 4,50–5 € |
| 1 kg Tomaten | ca. 0,60–0,80 € |
| 1 kg Äpfel | ca. 1,70–2 € |
| 1 kg Kartoffeln | ca. 0,80–1 € |
| 500 g lokaler Käse | ca. 6–7 € |
| 1,5 l Mineralwasser | ca. 0,30–0,60 € |
Wer eine Ferienwohnung oder ein Apartment mit Küche mietet, kann durch Einkäufe im Supermarkt viel sparen. In weniger touristischen Regionen sind die Lebensmittelpreise oft noch einmal etwas niedriger als in den Zentren von Amman oder Aqaba.
Bier und Alkohol im Supermarkt und in Bars
Alkohol ist in Jordanien deutlich teurer als in Deutschland und nicht überall frei erhältlich. In vielen muslimischen Wohnvierteln wird überhaupt kein Alkohol verkauft. In touristischen Gegenden, in christlich geprägten Vierteln und in lizenzierten Geschäften gibt es jedoch eine Auswahl an Bier, Wein und Spirituosen.
- Bier im Laden: Eine Dose oder Flasche lokales Bier (0,33–0,5 l) liegt häufig im Bereich von etwa 2–3 €. Importbier kann 3–5 € kosten.
- Bier in Bars: In einfachen Bars oder Pubs zahlt man für ein Bier meist um die 5–7 €. In Hotelbars, an touristischen Spots oder in Rooftop-Bars können 7–10 € und mehr fällig werden.
- Wein und Spirituosen: Wein ist generell teuer, sowohl im Laden als auch im Restaurant. Eine Flasche landestypischer Wein kann leicht 15–25 € kosten, importierte Weine mehr. Cocktails in Hotelbars liegen schnell bei 10–15 €.
Wer seinen Schwerpunkt auf Sightseeing und Landschaft legt und auf Alkohol weitgehend verzichtet, spürt diesen Kostenfaktor kaum. Für Reisende, die gerne abends in der Bar sitzen, treiben Bier- und Weinpreise die Lebenshaltungskosten in Jordanien jedoch spürbar nach oben.
Attraktionen, Eintritte und Ausflüge
Ein wesentlicher Posten im Reisebudget sind die Eintrittspreise für Sehenswürdigkeiten. Hier ist Jordanien kein klassisches Billigziel, insbesondere Petra ist im internationalen Vergleich teuer.
- Petra (1 Tag, Übernachtung im Land): Der Eintritt liegt umgerechnet bei etwa 60–65 € pro Person.
- Mehrtagestickets für Petra: Tickets für 2 oder 3 Tage sind nur geringfügig teurer als das 1-Tages-Ticket und kosten umgerechnet etwa 65–75 €.
- Jordan Pass: Ein Paket aus Visum und Eintritt zu vielen Sehenswürdigkeiten (inklusive Petra) kostet je nach Variante grob 85–100 €. Für Reisende, die mehrere Highlights besuchen, lohnt sich der Jordan Pass häufig.
- Wadi-Rum-Tour: Jeep-Touren mit Mittag- oder Abendessen, manchmal inklusive Übernachtung im Wüstencamp, bewegen sich meist zwischen 40 und 80 € pro Person, abhängig von Dauer und Komfort.
- Weitere archäologische Stätten: Orte wie Jerash, die Wüstenschlösser oder Burgen kosten oft nur wenige Euro Eintritt, teils 3–10 €.
Wer in kurzer Zeit viele bekannte Sehenswürdigkeiten besucht, kommt bei den Kosten für Eintritte und Touren schnell in Bereiche, die mit westeuropäischen Reisezielen vergleichbar sind. In weniger bekannten Regionen sind die Eintrittspreise aber weiterhin deutlich niedriger.
Unterkunftspreise in Jordanien
Die Kosten für Unterkünfte unterscheiden sich stark je nach Saison, Lage und Standard. In Amman, Petra, Aqaba und am Toten Meer ist die Auswahl am größten, aber auch die Preisspanne besonders breit.
- Hostels und einfache Gästehäuser: Ein Bett im Schlafsaal oder ein sehr einfaches Doppelzimmer gibt es häufig für etwa 15–25 € pro Person und Nacht.
- Einfache Hotels und Pensionen: Für ein einfaches Doppelzimmer mit eigenem Bad sollte man grob 30–50 € pro Nacht einplanen.
- Mittelklassehotels: Gute Mittelklassehotels in Städten oder größeren Orten kosten meist zwischen 60 und 100 € pro Nacht im Doppelzimmer.
- Resorts und 4–5-Sterne-Hotels: In Strandresorts in Aqaba oder an Hotels mit direktem Zugang zum Toten Meer liegen die Übernachtungspreise häufig bei 150–250 € oder darüber, insbesondere in der Hochsaison.
In kleineren Orten abseits der großen Touristenströme sind Zimmer oft deutlich günstiger und man findet einfache, aber saubere Unterkünfte, die den Geldbeutel schonen. In der Hauptreisezeit – etwa im Frühjahr und Herbst – steigen die Preise in beliebten Regionen merklich, frühzeitige Buchung hilft dann beim Sparen.
SIM-Karten und mobiles Internet
Mobiles Internet ist in Jordanien für Reisende vergleichsweise günstig und gut verfügbar. Am Flughafen und in größeren Städten bieten mehrere Anbieter spezielle Touristen-SIM-Karten an.
- Touristen-SIM mit Datenpaket: Eine Karte mit ausreichend Datenvolumen für ein bis zwei Wochen (z. B. 10–20 GB) kostet oft zwischen 10 und 20 €.
- Lokale Tarife: Wer länger in Jordanien bleibt und einen Standardtarif wählt, zahlt pro Monat je nach Paket nur einen zweistelligen Eurobetrag für Telefonie und Daten.
- Aufladen: Guthabenkarten sind in vielen Kiosken und Läden erhältlich und meist schon für wenige Euro erhältlich.
In Städten und entlang der wichtigsten Reiserouten ist die Netzabdeckung gut. In abgelegenen Wüstenregionen, etwa im Wadi Rum, kann die Verbindung zeitweise schwach oder gar nicht vorhanden sein – hier sollte man sich nicht auf mobiles Internet verlassen.
Visa und mögliche Visa-Verlängerungen
Viele Reisende erhalten bei der Einreise nach Jordanien ein Visum, dessen Kosten sich grob im mittleren zweistelligen Eurobereich bewegen. Wer den Jordan Pass erwirbt und mindestens einige Tage im Land bleibt, hat die Visagebühr oft bereits im Paket enthalten, was das Preisniveau insgesamt etwas entspannt.
Für längere Aufenthalte kann eine Visa-Verlängerung nötig werden. Die genauen Regelungen und eventuelle Verwaltungsgebühren ändern sich von Zeit zu Zeit und hängen auch von der eigenen Staatsangehörigkeit ab. In der Praxis lohnt es sich, vor Ort bei der zuständigen Behörde oder im Vorfeld bei der Botschaft aktuelle Informationen einzuholen. Üblicherweise sind die reinen Verwaltungsgebühren nicht extrem hoch, der zeitliche Aufwand und die notwendige Bürokratie sollten aber eingeplant werden.
Unterhaltung und sonstige Ausgaben
Zu den Lebenshaltungskosten in Jordanien gehören neben Essen, Unterkunft und Transport auch kleinere Ausgaben für Freizeit und Alltag. Diese summieren sich im Urlaub oft schneller als gedacht.
- Kino: Ein Kinoticket in einer modernen Mall kostet häufig 6–10 €.
- Shisha in einem Café: Eine Wasserpfeife mit Tee oder Softdrink liegt meist zwischen 5 und 10 €.
- Hammam oder Spa: Ein Besuch in einem traditionellen Hammam kann um die 20–40 € kosten, in Spa-Bereichen größerer Hotels oft mehr.
- Friseur: Ein einfacher Haarschnitt für Männer kostet häufig nur 5–10 €, in gehobenen Salons entsprechend mehr.
- Souvenirs: Kleine Mitbringsel wie Gewürze, Süßigkeiten oder einfache Schmuckstücke liegen meist im Bereich von wenigen Euro; hochwertige Handwerkskunst und Teppiche sind deutlich teurer.
Preisniveau im Vergleich zu Nachbarländern
Im Vergleich zu einigen Nachbarländern wirkt Jordanien teils überraschend teuer, insbesondere was Eintritte zu Sehenswürdigkeiten und Hotelpreise in beliebten Regionen angeht. Gegenüber Ägypten oder Teilen von Libanon sind die Kosten für Touristenleistungen oft höher, während Alltagskosten wie einfache Mahlzeiten oder Busfahrten weiterhin günstig bleiben. Im Vergleich zu Israel sind die Preise für Lebensmittel, einfache Restaurants und viele Dienstleistungen hingegen deutlich niedriger, bei Hotels und touristischen Angeboten kommen sie aber in manchen Segmenten schon recht nahe heran.
Reisende, die bereits andere Länder im Nahen Osten kennen, empfinden die Preise in Jordanien daher häufig als gemischt: Der Alltag ist angenehm bezahlbar, doch wichtige Highlights wie Petra oder ein Aufenthalt am Toten Meer schlagen deutlich zu Buche. Wer sein Budget bewusst plant, lokale Angebote nutzt und nicht jeden Abend in Hotelbars mit Alkohol sitzt, kann dennoch vergleichsweise günstig durch das Land reisen.
Insgesamt ergibt sich so ein Bild, in dem die Lebenshaltungskosten in Jordanien zwischen günstigem Alltagsniveau und höherpreisigen touristischen Leistungen liegen. Wer Jordanien mit einem realistischen Budget, etwas Flexibilität und Offenheit für lokale Restaurants und Unterkünfte besucht, kann viel sehen und erleben, ohne dass die Kosten aus dem Ruder laufen.
Hinweis: Preisangaben sind gerundete Durchschnittswerte auf Basis von Daten und Kursen bis Ende 2025 und können je nach Wechselkurs, Saison und Region variieren.
