Die Seychellen im Indischen Ozean gelten als eines der begehrtesten Reiseziele der Welt. Mit ihren puderzuckerweißen Stränden, türkisfarbenem Wasser und Granitfelsen, die wie natürliche Skulpturen aus dem Meer ragen, ziehen die 115 Inseln jährlich Tausende von Urlaubern an. Das tropische Klima, die entspannte kreolische Kultur und die einzigartige Natur mit seltenen Tierarten wie den Riesenschildkröten machen die Seychellen zum perfekten Ort für alle, die Erholung fernab des Massentourismus suchen. Auch für längere Aufenthalte werden die Inseln zunehmend interessant.

Das allgemeine Preisniveau

Wer aus Deutschland auf die Seychellen reist, sollte sich auf ein hohes Preisniveau einstellen. Die Lebenshaltungskosten in Seychellen liegen deutlich über dem deutschen Durchschnitt. Das Land verfolgt seit Jahren bewusst eine Politik, die auf Qualitätstourismus statt Massentourismus setzt. Die Regierung möchte die einzigartige Natur und die traditionelle Lebensweise schützen.

Verglichen mit anderen tropischen Reisezielen wie Thailand, Bali oder Mauritius sind die Seychellen merklich teurer. Besonders Restaurantbesuche und Unterkünfte schlagen kräftig zu Buche. Ein weiterer Kostenfaktor sind die Flüge, da die Inseln weit entfernt von Europa liegen. Allerdings gibt es auch günstigere Alternativen für preisbewusste Reisende, die etwas flexibel sind.

Positiv überraschen können die Preise für lokale Takeaway-Gerichte und frische Früchte. Auch das lokale Bier Seybrew ist in Supermärkten erschwinglich. Importierte Waren hingegen – und das ist praktisch alles außer Fisch und Obst – kosten deutlich mehr als in Deutschland. Besonders teuer sind alkoholische Getränke in Restaurants, Mietwagen und gehobene Unterkünfte.

Währung und praktische Informationen

Die offizielle Währung ist die Seychellen-Rupie (SCR). Der Wechselkurs liegt bei etwa 15 Rupien pro Euro. Geldautomaten gibt es auf den Hauptinseln Mahé, Praslin und La Digue in ausreichender Anzahl. Kreditkarten werden in Hotels, größeren Restaurants und Geschäften akzeptiert, kleinere Lokale und Märkte bevorzugen jedoch Bargeld.

Die Inflationsrate auf den Seychellen ist aktuell erfreulich niedrig und liegt unter einem Prozent. Das bedeutet stabile Preise für Urlauber. Banken haben montags bis freitags von 8 bis 14 Uhr geöffnet, samstags bis 11 Uhr. Der Geldwechsel funktioniert problemlos am Flughafen oder in Banken, wobei die Kurse meist ähnlich sind.

Wichtig zu wissen: Duty-free-Shops am Flughafen bieten gute Preise für Alkohol. Pro Person dürfen zwei Liter Spirituosen und zwei Liter Wein eingeführt werden. Wer diese Möglichkeit nutzt, spart erheblich gegenüber den Preisen in lokalen Geschäften.

Restaurants und Gastronomie

In gehobenen Restaurants muss man für ein Abendessen zu zweit mit mindestens 100 bis 120 Euro rechnen. Ein Hauptgericht kostet zwischen 15 und 30 Euro, dazu kommen Getränke. Ein Glas Wein schlägt mit 8 bis 12 Euro zu Buche, Softdrinks kosten etwa 3 Euro. In Luxushotels und Strandrestaurants liegen die Preise noch deutlich höher.

Wer günstig essen möchte, sollte die lokalen Takeaways aufsuchen. Dort gibt es authentische kreolische Gerichte wie Curry mit Fisch oder Huhn, serviert mit Reis, für umgerechnet 4 bis 5 Euro. Diese kleinen Imbisse findet man auf allen Hauptinseln. Sie öffnen meist mittags und schließen gegen 20 Uhr. Das Essen ist frisch zubereitet und schmeckt ausgezeichnet.

Mittelklasse-Restaurants verlangen etwa 50 bis 70 Euro für zwei Personen inklusive alkoholischer Getränke. Ein Cappuccino kostet rund 4 Euro, eine Cola etwa 2 Euro. Viele Restaurants berechnen zusätzlich eine Servicegebühr von 5 bis 10 Prozent.

Bier und alkoholische Getränke

Das lokale Bier Seybrew ist mit 1,50 bis 2 Euro pro Flasche im Supermarkt relativ günstig. In einfachen Restaurants zahlt man 4 bis 5 Euro, in gehobenen Lokalen oder Hotels können es auch 8 bis 10 Euro sein. Importiertes Bier ist deutlich teurer.

Eine Flasche Wein im Supermarkt kostet ab 8 Euro aufwärts, im Restaurant das Dreifache. Der lokale Rum Takamaka ist eine preiswertere Alternative zu importierten Spirituosen und beginnt bei etwa 15 Euro pro Flasche. In Bars kosten Cocktails zwischen 10 und 15 Euro.

Lebensmittel und Supermärkte

Die Preise in Supermärkten übersteigen deutsche Verhältnisse deutlich. Eine Flasche Wasser (1,5 Liter) kostet etwa 1,50 Euro, Milch rund 2 Euro pro Liter. Ein Kilogramm Brot liegt bei 3 bis 4 Euro. Lokale Produkte wie Fisch und tropische Früchte sind günstiger als importierte Waren.

Auf Mahé gibt es größere Supermärkte in Victoria, auf den kleineren Inseln nur kleine Läden mit begrenzter Auswahl. Ein Wocheneinkauf für Selbstversorger schlägt mit 80 bis 100 Euro zu Buche. Wer sparen möchte, kauft auf lokalen Märkten ein, wo frisches Obst, Gemüse und Fisch deutlich günstiger sind.

Käse, Wurst und andere europäische Produkte sind Luxusartikel mit entsprechenden Preisen. Eine Packung deutscher Wurst kann leicht 8 Euro kosten. Auch Kaffee ist teuer – meist gibt es nur Instantkaffee, echter Bohnenkaffee kostet ab 10 Euro aufwärts.

Transport vor Ort

Öffentliche Busse sind mit etwa 0,75 Euro pro Fahrt das günstigste Fortbewegungsmittel. Sie verkehren hauptsächlich auf Mahé und Praslin, allerdings nicht immer zuverlässig. Ein Tagesticket gibt es nicht.

Taxis sind deutlich teurer. Die Grundgebühr liegt bei etwa 8 Euro, jeder Kilometer kostet zusätzlich 3 Euro. Eine Fahrt vom Flughafen zu einem Hotel auf Mahé kann schnell 30 bis 40 Euro kosten. Taxipreise sollten vor Fahrtantritt vereinbart werden.

Fähren zwischen den Inseln kosten je nach Strecke zwischen 50 und 70 Euro für die Hin- und Rückfahrt. Die Verbindung von Mahé nach Praslin ist am meisten frequentiert. Kleinflugzeuge sind eine schnellere, aber teurere Alternative ab etwa 150 Euro pro Strecke.

Mietwagen

Ein Mietwagen kostet auf den Seychellen zwischen 50 und 80 Euro pro Tag, je nach Fahrzeugtyp und Saison. Kleinwagen sind günstiger, SUVs teurer. Die Straßen sind eng und kurvenreich, besonders in den Bergen, weshalb viele Reisende ein Automatikgetriebe bevorzugen.

Benzin kostet etwa 1,40 Euro pro Liter. Es gibt nur wenige Tankstellen, auf Praslin sogar nur zwei. Die meisten schließen gegen 23 Uhr. Auf den Seychellen herrscht Linksverkehr, und das Mindestalter für Mietwagen liegt bei 23 Jahren. Der nationale Führerschein ist für bis zu drei Monate gültig.

Parkplätze in Victoria sind kostenlos. Bei der Anmietung sollte man auf Vollkaskoversicherung achten. Viele Vermieter verlangen eine Kaution von 500 bis 1000 Euro auf der Kreditkarte.

Unterkünfte

Gästehäuser und einfache Apartments starten bei etwa 70 bis 90 Euro pro Nacht. Diese Unterkünfte bieten oft ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und persönlichen Kontakt zu Einheimischen. Viele befinden sich in Strandnähe.

Mittelklasse-Hotels kosten zwischen 150 und 250 Euro pro Nacht für ein Doppelzimmer mit Frühstück. Villen für Gruppen oder Familien liegen bei 250 bis 500 Euro täglich. Luxusresorts beginnen bei 400 Euro aufwärts, Spitzenhotels wie das Four Seasons oder Six Senses verlangen 700 bis 1000 Euro pro Person und Nacht.

Die Preise variieren stark nach Saison. In der Hauptsaison von Dezember bis März und Juli bis August sind die Unterkünfte deutlich teurer und oft monatelang im Voraus ausgebucht. Wer sparen möchte, reist in der Nebensaison von Mai bis Juni oder September bis November.

Attraktionen und Aktivitäten

Viele der schönsten Strände und Wanderwege sind kostenlos zugänglich. Der berühmte Anse Source d'Argent auf La Digue verlangt eine Eintrittsgebühr von etwa 10 Euro. Der Nationalpark Vallée de Mai auf Praslin kostet rund 20 Euro Eintritt.

Schnorchelausflüge kosten zwischen 50 und 80 Euro, ganztägige Bootstouren zu verschiedenen Inseln liegen bei 100 bis 150 Euro pro Person inklusive Verpflegung. Tauchgänge beginnen bei etwa 70 Euro. Geführte Wanderungen kosten 30 bis 50 Euro.

Fahrradverleih auf La Digue kostet etwa 15 Euro pro Tag. Ein Kajak leiht man für rund 20 Euro. Viele Aktivitäten wie Schwimmen, Sonnenbaden und Wandern sind völlig kostenlos – die natürliche Schönheit der Inseln ist das größte Kapital.

SIM-Karten und mobiles Internet

Eine lokale SIM-Karte kostet zwischen 3 und 7 Euro. Die beiden Anbieter Airtel und Cable & Wireless haben gute Netzabdeckung auf den Hauptinseln. SIM-Karten gibt es am Flughafen, in Geschäften und bei den Anbietern direkt.

Datenpakete sind erschwinglich: 1 GB kostet etwa 13 Euro, 1,5 GB rund 20 Euro, 3 GB etwa 37 Euro. Die Geschwindigkeit ist für normales Surfen und Messaging ausreichend, Videostreaming kann in ländlichen Gebieten langsam sein. Die meisten Hotels bieten kostenfreies WLAN.

Visumverlängerung

Touristen aus Deutschland benötigen kein Visum für die Seychellen. Bei Ankunft erhält man ein kostenloses Visitor's Permit für bis zu drei Monate. Wer länger bleiben möchte, kann die Aufenthaltsgenehmigung verlängern.

Die Verlängerung um weitere drei Monate kostet 5000 SCR, umgerechnet etwa 333 Euro. Die Beantragung erfolgt online oder persönlich beim Immigration Office in Victoria. Maximal kann man als Tourist ein Jahr bleiben. Vor der Einreise muss ein elektronisches Reiseformular ausgefüllt werden, das kostet 10 Euro.

Regionale Preisunterschiede

Auf der Hauptinsel Mahé sind die Preise am niedrigsten, besonders in Victoria findet man günstige Unterkünfte und Restaurants. Praslin ist etwas teurer, La Digue liegt preislich dazwischen. Private Inseln und abgelegene Luxusresorts haben Fantasiepreise.

Touristengebiete wie Beau Vallon auf Mahé oder Anse Volbert auf Praslin sind teurer als weniger besuchte Gegenden. Wer in lokalen Vierteln isst und einkauft, zahlt oft nur die Hälfte. Die Ostküste von Mahé ist günstiger als die Westküste.

Im Vergleich zu Mauritius sind die Seychellen etwa 20 bis 30 Prozent teurer. Madagaskar ist deutlich günstiger, aber weniger entwickelt. Die Malediven liegen preislich ähnlich hoch wie die Seychellen, bieten aber meist nur Resortaufenthalte ohne die Möglichkeit, Land und Leute kennenzulernen.

Wer die Preise in Seychellen mit deutschen Verhältnissen vergleicht, merkt schnell: Fast alles ist teurer. Ein Restaurantbesuch kostet das Doppelte, Hotels das Dreifache. Nur bei Takeaway-Essen und lokalem Bier liegen die Preise unter deutschem Niveau. Mit guter Planung und der Bereitschaft, wie Einheimische zu leben, lässt sich aber auch mit moderatem Budget ein unvergesslicher Urlaub auf den Seychellen verbringen. Die atemberaubende Natur und die friedliche Atmosphäre machen jeden Euro wert.